Untote Bräute, verträumte Kellnerinnen und Teen-Detektive: Diese Woche kehren Kultfiguren auf die Bühne zurück. Darauf können Sie sich freuen.
Wir starten in den März mit einem randvollen Programm: wiedererweckte Filmmonster, zurückkehrende Popstars, kulturelle Jubiläen und Ausstellungen, die historische Irrtümer zurechtrücken.
In diesem Monat beginnt auch der Women's History Month. In den kommenden Wochen dürfen wir daher mit mehr Veranstaltungen rechnen, die die Beiträge von Frauen und ihren Einfluss auf die Kunst feiern.
Eine besondere Erwähnung verdient außerdem die spektakuläre neue Tracey-Emin-Retrospektive , ebenso wie der Slasher Scream 7 im Kino, den wir kürzlich besprochen haben – zusätzlich zu unserem großen Ranking der gesamten Scream-Reihe.
Also: Überforderung abschütteln, die Rückkehr längerer Tage begrüßen – und unsere Empfehlungen der Woche genießen.
Ausstellungen
The Woman Question 1550-2025
Wann: Bis zum dritten Mai 2026
Wo: Museum of Modern Art (Warschau, Polen)
Lange galt: Frauen kamen in der Kunstgeschichte kaum vor, sie wurden durch den Sexismus der Institutionen eingeschränkt oder ausradiert. Das trifft zum Teil zu, doch das Museum of Modern Art in Warschau stellt diese Verallgemeinerung nun infrage und rückt die Werke von Frauen der vergangenen fünfhundert Jahre ins Licht. Von Gemälden der Renaissance über Porträts des neunzehnten Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Neuinterpretationen: Fast zweihundert Arbeiten von Künstlerinnen zeichnen ihren langen Weg zur künstlerischen Emanzipation nach. Ein besonders passender Besuch, um den Women's History Month und den Internationalen Frauentag am achten März zu feiern. Mehr Infos gibt es hier. (Quelle auf Englisch)
Dreaming in Colour
Wann: Fünften März bis sechsten April 2026
Wo: Opera Gallery (London, Vereinigtes Königreich)
Augäpfel, die auf Zungen balancieren, collagierte Erinnerungen, Farbspritzer-Abstraktionen: Die neue Ausstellung der Opera Gallery ist ein poppig-bunter Trip in den zeitgenössischen Surrealismus. Die Schau blickt nicht zurück, sondern nach vorn – in die Zukunft der Bewegung, erzählt über traumartige Bildwelten von mehr als zwanzig aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt. Die Werke wirken zugleich verspielt und melancholisch. Sie gießen unterbewusste Emotionen in poetische, fragmentierte Welten, die die Sicht einer neuen Generation spiegeln. Mehr über die Ausstellung lesen Sie hier. (Quelle auf Englisch)
Bonus-Highlight: Das gefeierte Orchideenfestival der Kew Gardens geht am achten März zu Ende. Farbenprächtig, immersiv und inspiriert von der atemberaubenden Biodiversität Chinas – ein Muss für alle Naturfreundinnen und Naturfreunde. Mehr dazu hier (Quelle auf Englisch).
Filme
The Bride!
Wo: Kinos
Wann: Sechsten März
Nach Guillermo del Toros gefeierter Frankenstein-Adaption ist nun Maggie Gyllenhaal an der Reihe, die ikonische Gefährtin des Monsters neu zum Leben zu erwecken. In ihrer Version trägt das Geschöpf selbst den Namen Frankenstein (Christian Bale), übernommen von seinem Schöpfer. Er verlangt, dass eine ermordete Frau (Jessie Buckley) wiederbelebt wird. Die beiden ziehen anschließend wutentbrannt wegen der Feindseligkeit der Gesellschaft gegenüber den Untoten auf einen blutigen Feldzug. Optisch überbordend und von ruheloser Gegenwartsenergie getrieben, inszeniert Gyllenhaal ein Mash-up aus Bonnie and Clyde und den klassischen Universal-Monstern – mit Themen, die an Joker: Folie À Deux erinnern. Hoffen wir, dass der Film stärker gerät als dieser.
Amélie-Jubiläumsaufführungen
Wo: Ausgewählte Kinos im Vereinigten Königreich
Wann: Neunten bis zehnten März
Träumerinnen und Träumer haben es derzeit schwer, doch Kinos im Vereinigten Königreich machen Eskapismus ein wenig einfacher. Escapes, eine Initiative für barriereärmeren Zugang zum Kino, veranstaltet eine Reihe kostenloser Vorführungen von Amélie in ausgewählten Häusern. Anlass ist der fünfundzwanzigste Jahrestag von Jean-Pierre Jeunets geliebtem französischen Klassiker über eine junge, versponnene Kellnerin, die versucht, das Leben ihrer exzentrischen Bekanntschaften ein kleines Stück besser zu machen. Wer den Film noch nie auf der großen Leinwand gesehen hat – oder erstaunlicherweise noch gar nicht – sollte sich diese seltene Gelegenheit nicht entgehen lassen. Er erinnert an die Magie einfacher Vergnügungen – und macht Lust darauf, die karamellisierte Kruste einer Crème Brûlée aufzubrechen. Mehr Infos hier. (Quelle auf Englisch)
Bonus-Highlight: Schiebermützen aufgesetzt, Leute: Steven Knights Erfolgsserie über eine Bande Brummie-Gangster kommt ins Kino. Peaky Blinders: The Immortal Man startet ab dem sechsten März in ausgewählten Kinos und ist ab dem zwanzigsten März bei Netflix zu sehen.
Serien
Young Sherlock
Wo: Prime Video
Wann: Vierten März
Das Spiel beginnt: Guy Ritchie verpasst Arthur Conan Doyles legendärem Detektiv in dieser neuen Adaption der Spin-off-Romanreihe von Andy Lane seine typische raue London-Note. Im Mittelpunkt steht ein aufsässiger, neunzehnjähriger Holmes (Hero Fiennes Tiffin), der in einen Mordfall an der Universität Oxford hineingezogen wird. Plötzlich steht seine Freiheit auf dem Spiel, und er stürzt in ein Abenteuer rund um den Globus. Auf Watson muss das Publikum zwar verzichten. Dafür taucht die Serie tief in Holmes' problematische Vorgeschichte ein und zeichnet die turbulenten Ereignisse nach, die aus ihm das unermüdlich neugierige Genie machen, das wir kennen und lieben.
Bonus-Highlight: Fast sechzehn Jahre nach dem Serienfinale kehrt Zach Braffs Krankenhauskomödie Scrubs mit einem Reboot zurück – jetzt bei Disney+ im Stream.
Musik
Harry Styles: Kiss All the Time. Disco, Occasionally
Wann: Sechsten März
Als Harry Styles zuletzt ein Album veröffentlichte, sorgte der süchtig machende Pop von Harry's House für Furore. Die Platte gewann drei Grammy-Auszeichnungen, darunter Album des Jahres, und wurde zum prägenden Sound des Sommers 2022 – ließ die Fans danach aber mehr als drei Jahre lang auf Nachschub warten. Nach einer Pause nach der Welttournee, in der er sich erholte und nebenbei ein paar Marathons lief, meldet sich der britische Musiker nun mit seinem vierten Studioalbum zurück. Es entstand in Berlin und lässt sich deutlich von der elektronischen Szene der Stadt, ihren Clubs und ihrem einzigartigen vibrierenden Zusammengehörigkeitsgefühl inspirieren. Laut Styles soll das Album daran erinnern, sich „mit Liebe durchs Leben“ zu bewegen und sich „ab und zu eine Auszeit für den Spaß“ zu gönnen – höchste Zeit, die Discokugel anzuwerfen.
Bonus-Highlights: Shabaka Hutchings hat eines von unseren Lieblingsalben 2024 veröffentlicht. Nun kehren seine faszinierenden Jazz-Mischungen mit seinem dritten Studioalbum „Of The Earth“ zurück, das am sechsten März erscheint.