Mit vielen neuen Partnerschaften und bekannten Gesichtern startet die neue Formel-eins-Saison rasanter, härter und mit einem frischen Erlebnis für Fans.
An diesem Wochenende blicken Fans von Hochgeschwindigkeitsrennen nach Melbourne: Der Albert Park verwandelt sich dort in einen kurvenreichen Stadtkurs für den Großen Preis von Australien.
Die neue Saison der Formel eins (F1) steht an. Sie bringt nicht nur mit Spannung erwartete Regeländerungen, sondern auch einen glänzenden neuen Streaming-Deal mit Apple TV – das jüngste Zeichen für die wachsende Medienpräsenz des Sports.
F1 hat seine Partnerschaft mit Apple TV im vergangenen Oktober bekanntgegeben. Die fünfjährige Vereinbarung macht die Plattform zum exklusiven TV-Partner der Serie in den Vereinigten Staaten. Für die Formel eins erweitert der Deal die Reichweite in einer entscheidenden, geradezu revolutionären Saison.
Sport und Streamingdienst kennen sich bereits: Apples F1: The Movie spielte laut Motorsport.com (Quelle auf Englisch) bis Ende vergangenen Jahres knapp 550 Millionen Euro (rund 630 Millionen Dollar) ein – und brachte den Film überraschend ins Gespräch für den Oscar als Bester Film.
Apple-Vision
Bevor die Motoren starten, hat Apple viel darüber gesprochen, wie sehr sich das Seherlebnis verändern und den Blick der Fans auf die Rennen verschieben soll.
„Zusätzlich zur Übertragung der Formel eins auf Apple TV wird Apple den Sport über Apple News, Apple Maps, Apple Music und Apple Fitness+ verstärken“, erklärte der Konzern in einer Mitteilung. Über Apple Sports sollen Zuschauer zudem Live-Updates zu Qualifying und Rennen erhalten.
Ähnlich wie bei der Vermarktung von F1: The Movie will Apple das gesamte eigene Ökosystem nutzen, um ein nordamerikanisches Publikum für die Live-Übertragungen zu gewinnen.
„Wir teilen die Vision, diesen faszinierenden Sport unseren Fans in den USA näherzubringen und neue Anhänger durch Live-Übertragungen, packende Inhalte und einen ganzjährigen Ansatz zu gewinnen“, sagte Stefano Domenicali, Präsident und CEO der Formel eins.
Apple TV hat zudem einen Deal abgeschlossen und zeigt die achte Staffel der äußerst beliebten Dokureihe Drive to Survive, die die Formel‑eins‑Weltmeisterschaft 2025 begleitet. Netflix wiederum wird für Zuschauer in den USA den Großen Preis von Kanada 2026 live streamen.
Das deutliche Interesse großer Streamingplattformen folgt der wachsenden internationalen Popularität der Formel eins und ihrer neuen Anziehungskraft auf ein junges, vielfältiges Publikum.
Im Jahr 2025 waren 43 Prozent der Fans jünger als 35 Jahre. Der Sport zog im Jahresvergleich fast 51 Millionen Fans unter 35 an, so F1 (Quelle auf Englisch). Zudem war im vergangenen Jahr fast 42 Prozent der Anhängerschaft weiblich; 2018 lag der Anteil noch bei 37 Prozent.
Diese Verschiebungen im Publikum – mit ausgelöst durch den Erfolg von Formaten wie Drive to Survive und beschleunigt durch die Übernahme des Rennzirkus durch Liberty Media im Jahr 2017 – haben die Formel eins fest im globalen kulturellen Zeitgeist verankert.
Mit Stars, die durch das Fahrerlager flanieren, Live-Konzerten und eigenen F1-Videos, die die Fahrer jenseits der Rennstrecke zeigen, setzt die Serie stark auf Glamour und rückt die Persönlichkeiten in den Vordergrund, die ihre adrenalingeladenen Rennwochenenden prägen.
Neue Motoren, neue Ära
In diesem Jahr dürfen sich die Zuschauer auf eine spannende Saison freuen. Neue Teams und Hersteller stoßen zum Feld, der Kalender erhält mit dem Madring-Stadtkurs in Madrid in Spanien eine zusätzliche Strecke, und es treten viel diskutierte Regeländerungen in Kraft.
Cadillac steigt als neues Team ein und setzt auf zwei erfahrene Fahrer: Valtteri Bottas und Sergio Pérez. Unter der Motorhaube arbeitet ein von Ferrari gelieferter Antrieb. Audi übernimmt das Team Kick Sauber und hat für sein Formel‑eins‑Debüt eine eigene Antriebseinheit entwickelt – ein enormes Projekt. Auch Ford kehrt in die Serie zurück und hat gemeinsam mit Red Bull Powertrains einen Motor für Oracle Red Bull Racing und Visa Cash App Racing Bulls mitentwickelt.
Neue Hersteller zieht es auch wegen des Reglements für 2026 in die Formel eins. Die Regeln bringen technische Innovationen und machen den Sport seriennäher. Schon in dieser Saison sind die Autos leichter, verfügen über neue aerodynamische Elemente und nutzen einen Antrieb, der deutlich stärker auf elektrische Komponenten und Leistung setzt.
Mit der Entwicklung des Sports könnte der Kalender noch mehr Stationen umfassen. Einige Fahrer äußern offen den Wunsch nach neuen Zielen. Der siebenfache Weltmeister und Ferrari-Pilot Lewis Hamilton hat mehrfach betont, wie sehr er sich einen Grand Prix in Afrika vor seinem Rücktritt wünscht. Er wisse, die Verantwortlichen der Formel eins versuchten „wirklich“, das zu ermöglichen.
„Ich möchte den Sport nicht verlassen, ohne dass es dort [in Afrika] einen Grand Prix gegeben hat“, sagte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. „Für mich ist es der schönste Teil der Welt, und ich mag es nicht, dass der Rest der Welt sich so viel davon aneignet, so viel herausnimmt und niemand darüber spricht.
Holt es von den Franzosen zurück. Holt es von den Spaniern zurück. Holt es von den Portugiesen und den Briten zurück“, fügte Hamilton hinzu.
Angesichts der enormen Kosten und des starken Wettbewerbs um neue Strecken ist es jedoch unwahrscheinlich, dass Hamiltons Wunsch in naher Zukunft in Erfüllung geht.
Ganz ausschließen lässt sich in der Formel eins allerdings wenig. Die Serie zeigt immer deutlicher, wie entschlossen sie ist, ein noch größeres Weltpublikum in neuen, lukrativen Märkten zu gewinnen.