Italien kauft für dreißig Millionen Euro ein seltenes Caravaggio-Gemälde, das den jungen späteren Papst Urban VIII. zeigt, um das Kulturerbe zu sichern und Forschenden besseren Zugang zu ermöglichen.
Italien hat ein seltenes Gemälde des Barockmeisters Caravaggio für dreißig Millionen Euro erworben – eine der höchsten Einzelinvestitionen des Landes in ein Kunstwerk.
Das „Porträt des Monsignore Maffeo Barberini“ zeigt den späteren Papst im dritten Lebensjahrzehnt, als Geistlichen der Apostolischen Kammer – in einem entscheidenden Moment seines Aufstiegs zur Macht.
Im Jahr 1623 bestieg er als Papst Urban VIII. den Stuhl Petri. Er machte sich vor allem als Förderer der Künste und der barocken Architektur einen Namen.
Berühmt wurde das Bild durch den Kunsthistoriker Roberto Longhi, der es 1963 in seinem Aufsatz „Der wahre ‚Maffeo Barberini‘ Caravaggios“ beschrieb. Seitdem erkennen Fachleute das Porträt weithin als Werk Caravaggios an, der mit bürgerlichem Namen Michelangelo Merisi hieß.
Nationaler Schatz
Caravaggio revolutionierte um die Wende zum siebzehnten Jahrhundert die Malerei. Sein dramatisches Licht-Schatten-Spiel wurde zum Markenzeichen des Barock.
Trotzdem gilt: Obwohl Caravaggio zu den am besten erforschten Künstlern der Welt gehört, ist die Zahl der gesicherten Werke sehr gering.
Dies sei „ein Werk von außergewöhnlicher Bedeutung“, erklärte Italiens Kulturminister Alessandro Giuli in einer Mitteilung. Das Porträt habe eine Schlüsselrolle bei der modernen Wiederentdeckung Caravaggios gespielt; mit dem Ankauf wachse zudem die Präsenz seiner Werke in öffentlichen Sammlungen des Landes.
Der italienische Staat erwarb das Gemälde nach mehr als einem Jahr Verhandlungen aus Privatbesitz. Nun wird es in die Dauerausstellung des römischen Palazzo Barberini aufgenommen.
Erst vergangenen Monat kaufte Rom Antonello da Messinas „Ecce Homo“. Auch der neue Erwerb ist Teil eines umfassenderen Plans: Italien will sein kulturelles Erbe stärken und schützen und ausgewählte Meisterwerke der Kunstgeschichte Forschenden und Publikum zugänglich machen.
Im Palazzo Barberini hängt das Porträt künftig neben weiteren Werken Caravaggios. Die Sammlung zählt zu den bedeutendsten der Welt. Besonders eng wird es mit einem anderen Meisterwerk des Malers präsentiert: „Judith enthauptet Holofernes“, das der italienische Staat bereits 1971 angekauft hat.