Art Paris im Grand Palais: 160 Galerien, neue Designpräsentationen und Themen zu Sprache, Geschichte und Wiedergutmachung
Unter dem Glasdach des Grand Palais kehrt Art Paris in dieser Woche mit seiner 28. Ausgabe zurück. Mehr als 160 Galerien aus über 20 Ländern kommen zu einer viertägigen Messe zusammen, die zeitgenössische Kunst, Design und kritische Debatten verbindet.
Vom 9. bis 12. April widmet sich die Ausgabe 2026 zwei zentralen Themen der Kunstwelt: Sprache und Reparation.
Rund 40 Prozent der Ausstellerinnen und Aussteller kommen in diesem Jahr aus dem Ausland. Die Messe kombiniert etablierte Galerien mit vielen Neuzugängen.
Kern der Ausgabe sind zwei kuratierte Rundgänge durch die Messe. „Babel: Art and Language in France“, kuratiert von Loïc Le Gall, untersucht, wie Kunstschaffende mit Sprache als Material und als Bedeutung arbeiten.
Einige Werke konzentrieren sich auf die körperliche Form von Buchstaben. Andere thematisieren Übersetzung, Mehrdeutigkeit und die Wanderung von Wörtern zwischen Systemen und Kulturen.
Die Schau zeigt Kunst als Mittel, um zu erproben, wie wir Wirklichkeit lesen, deuten und konstruieren.
Parallel dazu läuft „Reparation“, kuratiert von Alexia Fabre. Hier geht es um Reparatur nicht nur als Wiederherstellung, sondern als Prozess, der mit Erinnerung, Verlust und Kontinuität verknüpft ist.
Die Arbeiten in diesem Bereich verbinden persönliche und kollektive Geschichten. Sie kreisen um Fürsorge, Widerstandskraft und die langfristige Arbeit des Wiederaufbaus.
Im Mittelpunkt steht weniger das „Reparieren“ der Vergangenheit, sondern die Frage, wie Kunstschaffende sie in die Gegenwart und Zukunft tragen.
Die Gesamtschau ist breit angelegt und umfasst viele unterschiedliche Unterthemen.
Der Bereich „Promises“, der jüngeren Galerien gewidmet ist, vereint 27 Ausstellerinnen und Aussteller, viele davon zum ersten Mal. Er gehört zu den dynamischsten Zonen der Messe, mit starkem Fokus auf Nachwuchskünstlerinnen und -künstler und einem auffallend hohen Anteil von Frauen.
Zugleich baut die Messe den Designbereich weiter aus.
Nach ihrem Debüt im vergangenen Jahr kehrt die French Design Art Edition zurück und wächst auf 17 Ausstellerinnen und Aussteller, von Designstudios bis hin zu Innenarchitektinnen und -architekten.
Hier treffen Unikate und limitierte Serien aufeinander, die die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Sammlerstück verwischen.
Wer es konzentrierter mag, findet über die Messe verteilt 24 monografische Präsentationen.
Diese kleineren Auftritte erlauben einen genaueren Blick auf einzelne Positionen und bilden einen ruhigeren Gegenpol zur Größe der Hauptausstellung.
Eine eigene Präsentation der zeitgenössischen Kunstsammlung der Stadt Paris rückt zudem Kunstschaffende aus Afrika, der Karibik und Südamerika in den Mittelpunkt, mit dem Ziel, Lücken in der Repräsentation innerhalb öffentlicher französischer Sammlungen zu schließen.
Damit knüpft die Schau an das Thema Reparation an und rückt Fragen nach Geschichte und Sichtbarkeit ins Zentrum der Messe.
Während der Messe werden zwei wichtige Preise verliehen: der BNP-Paribas-Banque-Privée-Preis und der Her Art Prize, der Künstlerinnen auszeichnet und mit 30.000 Euro sowie internationaler Sichtbarkeit dotiert ist.
Art Paris 2026 ist vom 9. bis 12. April im Grand Palais in Paris für das Publikum geöffnet.