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Medien: Irans neuer Führer offenbar bewusstlos – droht ein Machtvakuum?

Bild von Mojtaba Khamenei, dem neuen Führer der Islamischen Republik
Bild von Mojtaba Khamenei, dem neuen Führer der Islamischen Republik Copyright  AP Photo
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Von Farhad Mirmohammadsadeghi
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Unklarer Status von Irans neuem Führer: Wie die britische Zeitung The Times berichtet soll Modschtaba Chamenei in Ghom "verletzt und bewusstlos" sein und behandelt werden.

Rund 40 Tage nach Beginn der US- und israelischen Angriffe auf den Iran und dem Tod von Ali Chamenei bleiben Gesundheitszustand und Aufenthaltsort von Mojtaba Chamenei, dem neuen Obersten Führer, unklar. Nach Angaben der britischen Times, die sich auf ausgewertete Informationen stützt, wurde Modschtaba Chamenei bei einem Angriff in Ghom verletzt. Er werde demnach bewusstlos behandelt.

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Er sei nicht in der Lage, die Islamische Republik Iran zu führen. Zuvor hatte die kuwaitische Zeitung Al-Jarida anderes berichtet. Unter Berufung auf eine hochrangige Quelle hieß es, Chamenei sei bei US- und israelischen Angriffen auf den Führungssitz verletzt worden. Auf Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei er Mitte März heimlich mit einem Militärflugzeug nach Moskau gebracht und dort operiert worden.

Die Darstellung wird durch das Dokument, auf das sich die Times beruft, teilweise infrage gestellt. Demnach befindet sich Chamenei in Qom in Behandlung. In dem Schreiben heißt es, Chamenei befinde sich in einem kritischen Zustand und könne an keinen Entscheidungen des iranischen Regimes teilnehmen. Zudem laufen demnach in Qom Vorbereitungen für ein großes Mausoleum.

Dort soll Ali Chamenei, der Oberste Führer, beigesetzt werden. Geheimdienste hätten entsprechende Vorbereitungen erkannt. Es gehe um den Aufbau der nötigen Infrastruktur für ein Mausoleum mit mehr als einem Grab. Das deute darauf hin, dass auch weitere Familienmitglieder dort beigesetzt werden könnten – möglicherweise auch Modschtaba Chamenei.

Iranische Staatsmedien hatten zuvor berichtet, Ali Chamenei solle in Maschhad beigesetzt werden. Laut The Times kennen US- und israelische Geheimdienste den Aufenthaltsort von Modschtaba Chamenei bereits seit einiger Zeit. Öffentlich gemacht wurde dies bislang jedoch nicht.

Beerdigung von Ali Chamenei

Vor dem Hintergrund früherer Berichte iranischer Medien, wonach Ali Chamenei in Maschhad beigesetzt werden sollte, sowie anhaltender Sicherheitsbedenken wegen der US- und israelischen Angriffe bleibt unklar, ob Ghom nur als vorübergehende Ruhestätte gedacht ist oder ob eine endgültige Entscheidung bereits gefallen ist.

Die Beerdigung von Ali Chamenei dürfte sich deutlich von der von Ruhollah Chomeini, dem ersten Obersten Führer der Islamischen Republik, unterscheiden, berichtet die Times.

An Chomeinis Beerdigung im Jahr 1989 nahmen schätzungsweise rund zehn Millionen Menschen teil. Während der Zeremonie drängten sich Menschen um den Sarg, es kam zu chaotischen Szenen.

Dabei wurde auch ein Bein des Leichnams abgetrennt. Laut dem diplomatischen Schreiben versuchen die Behörden der Islamischen Republik, solche Vorfälle bei der Beerdigung von Ali Chamenei zu verhindern.

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