Donald Trump hat ohne Kommentar einen Clip von Frank Sinatras Klassiker „My Way“ gepostet. Jetzt meldet sich Franks Tochter Nancy öffentlich zu Wort.
Donald Trump liebt nächtliche Beiträge auf Truth Social. Und sie werden mit der Zeit immer bizarrer.
Ob er dem Iran mit vollständiger Auslöschung droht oder ein hoch umstrittenes Bild von sich selbst als Jesus postet: Für alle sollte eine einfache Regel gelten. Nach Mitternacht besser vom Bildschirm weggehen und endlich schlafen.
In einem seiner jüngsten Posts teilte Trump einen Clip, in dem Frank Sinatra seinen Klassiker „My Way“ singt.
Kein Kontext. Keine Tirade. Nur Ol’ Blue Eyes, der seinen Song performt.
Der Beitrag verunsicherte viele Nutzer, vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Spannungen. Genoss Trump einfach die Klänge von „Swoonatra“ – oder wollte er eine Botschaft senden?
Kommentator Harry Sisson reagierte auf den Post und schrieb: „Warum stellt Donald Trump mitten in der Nacht ein Video von Frank Sinatra mit ‚My Way‘ online? Offenbar läuft es mit Iran WIRKLICH schlimm …“
Manche waren alarmiert, dass der bald achtzigjährige Ex-Präsident postet, statt sich auszuruhen. Andere konzentrierten sich auf den Text von „My Way“ und schrieben: „Präsident Trump hat einen Clip von Frank Sinatra mit ‚My Way‘ geteilt. ‘And now, the end is near / And so I face the final curtain… I did it my way.’ Deutet er damit etwas an?“
Wie auch immer Trump das gemeint haben mag: Die Tochter des „Sultan of Swoon“, Nancy Sinatra, hat ihn dafür scharf kritisiert.
Auf X schrieb Nancy: „Das ist ein Sakrileg.“
Die Sängerin, Schauspielerin und Autorin antwortete anschließend einem Nutzer, der fragte, ob sich etwas gegen Trumps Post unternehmen lasse: „Leider nein. Etwas tun können nur die Verlage.“
Nancy Sinatra teilte außerdem Kommentare von Fans, die darauf hinwiesen, dass ihr Vater Frank, der 1998 im Alter von zweiundachtzig Jahren starb, Trumps Politik niemals gutgeheißen hätte.
„@NancySinatra wird erneut bestätigen, dass ihr Vater Donald Trump verabscheute“, hieß es in einem Beitrag. Ein anderer fügte hinzu: „Trump mag Sinatra lieben, aber Sinatra liebte Trump nicht.“
Trumps Umgang mit Musik sorgt ohnehin seit Jahren für Ärger.
Von Creedence Clearwater Revival über Tom Petty, Neil Young, The Rolling Stones, Adele, Foo Fighters, Céline Dion, The White Stripes und ABBA bis zu vielen anderen haben zahlreiche Künstler Trump dafür kritisiert, dass er ihre Songs ohne Erlaubnis nutzt.
Weitere Fälle: Bruce Springsteen wandte sich 2016 dagegen, dass Trump „Born in the U.S.A.“ als patriotische Hymne dröhnen ließ – ein Song, der in Wahrheit eine scharfe Anklage gegen den Umgang mit Vietnam-Veteranen ist. Rihanna verlangte 2018, Trump solle aufhören, „Don’t Stop the Music“ bei Wahlkampfauftritten zu spielen. Und R.E.M. empörten sich darüber, dass ihre Stücke „Losing My Religion“, „Everybody Hurts“ und „It’s the End of the World as We Know It (And I Feel Fine)“ bei Kundgebungen liefen.
Im Jahr 2020 veröffentlichte der Nachlass von Leonard Cohen eine Erklärung, in der er Trumps unerlaubte Nutzung von Cohens „Hallelujah“ auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner scharf kritisierte – obwohl man die Verwendung des Songs zuvor ausdrücklich verweigert hatte. Der Nachlass fügte trocken hinzu, man hätte allenfalls über eine Freigabe von Cohens Song „You Want It Darker“ nachgedacht.
Rein rechtlich haben Politikerinnen und Politiker in den USA in dieser Frage jedoch einen gewissen Spielraum. Das frustriert viele Musiker.
US-Wahlkampfteams brauchen nicht immer die direkte Zustimmung der Künstler. Sie können bei Verwertungsgesellschaften Lizenzpakete kaufen und damit legal auf Millionen Songs für politische Veranstaltungen zugreifen.
Künstlerinnen und Künstler haben aber das Recht, ihre Musik von diesen Listen streichen zu lassen.