„Niemand sollte nach diesen Bildern glauben, ihm gehe es gut.“ Trump spielte bei einem Auftritt Zweifel an seiner geistigen Fitness herunter – und löste mit einem Prozent-Beispiel Spott im Netz aus.
Donald Trump nutzte einen Auftritt in Florida, um erneut zu behaupten, er habe drei kognitive Tests mit Bravour bestanden – und wollte so offenbar Zweifel an der geistigen Verfassung des 79-Jährigen zerstreuen.
Bei einer Rede in der Rentnersiedlung The Villages am Freitag schilderte Trump seine angeblich „perfekten“ Kognitionstests und nannte als Beispiele das Erkennen von Tieren und einfache Rechenaufgaben.
„Die erste Frage ist ganz leicht. Da ist ein Löwe, eine Giraffe, ein Bär und ein Hai. Und sie fragen: ‚Welches Tier ist der Bär?‘“
Er fuhr fort: „Das ist ein sehr standardisierter Test, aber die letzten zehn Fragen sind richtig schwer … Ich stehe hier vor lauter brillanten Leuten, aber viele von Ihnen hätten diese zehn Fragen nicht beantworten können.“
Als Beispiel für die „schweren“ Aufgaben erzählte er: „Sie sagen dann zum Beispiel: ‚Nehmen Sie eine Zahl, irgendeine Zahl‘ – ‚okay, ich nehme 99‘ – ‚multiplizieren Sie sie mit neun‘ – ‚okay‘ – ‚teilen Sie durch drei‘ – ‚gut‘ – ‚addieren Sie 4.293‘ – ‚sehr gut‘ – ‚teilen Sie durch zwei, ziehen Sie 93 ab, teilen Sie durch neun – wie lautet Ihre Antwort?‘“
Trump schloss: „Viele schaffen das nicht. Ich habe es geschafft.“
Online löste das zahlreiche Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Geschichte aus.
Zur Erinnerung: Die Rechnung 99 × 9 (891) ÷ 3 (297) + 4.293 (4.590) ÷ 2 (2.295) − 93 (2.202) ÷ 9 ergibt 244,666 periodisch.
Respekt, falls Sie das ohne Taschenrechner gelöst haben.
Im Netz überwog ungläubiges Staunen. Das Misstrauen wuchs noch, weil Trump seiner „Ich hatte alles richtig“-Prahlerei sofort eine weitere Geschichte mit einem Rechenfehler hinterherschob.
Er sprach von „rekordhohen Rabatten“ für Amerikanerinnen und Amerikaner und nannte Preisnachlässe von „400 Prozent, 500 Prozent und 600, 700 und manchmal sogar 800 Prozent“.
Er schob hinterher: „Manche würden sagen, es seien 80, 90, 70 – das hängt davon ab, wie man es formuliert –, aber es könnten auch 500, 600 Prozent sein, es könnten 90 Prozent sein, das spielt keine Rolle. Wir haben für Sie die größten Preisnachlässe der Geschichte herausgeholt.“
Der Haken: So funktionieren Prozente nicht. Ein Rückgang um 100 Prozent würde bedeuten, dass der Preis auf null fällt, das Produkt also nichts mehr kostet.
Mit diesen Prozentangaben machte sich Trump unter anderem bei der Senatorin aus Massachusetts, Elizabeth Warren, und Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom zur Zielscheibe des Spotts.
Eine Auswahl der viral gegangenen Reaktionen:
Und für alle, die sich über das verschwundene „s“ in „maths“ wundern …
„Maths“ ist die Kurzform von „mathematics“, also Mathematik. In Nordamerika kürzen die Leute das Wort jedoch zu „math“ ab. Amerikanerinnen und Amerikaner argumentieren, „math“ sei etwas Einheitliches, also ein Singular, und kein zählbares Substantiv, wie es die Briten empfinden. Dabei gibt es natürlich verschiedene Bereiche der Mathematik, etwa Algebra, Analysis, Geometrie und so weiter.
Grammatikalisch liegen beide Versionen richtig. Das zusätzliche „s“ wirkt für viele trotzdem logischer.