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Edinburgh International Festival 2026: Publikum ohne Handys

Edinburgh International Festival 2026: Veranstaltung wird zur handyfreien Zone
Edinburgh International Festival 2026 wird handyfrei Copyright  Edinburgh International Festival © Andrew Perry
Copyright Edinburgh International Festival © Andrew Perry
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Immer mehr tourende Künstler verlangen Handyverbot bei Konzerten. Jetzt bittet auch das jährliche Theaterfestival in Edinburgh das Publikum, Smartphones auszuschalten.

Wer beim diesjährigen Edinburgh International Festival (EIF) während einer Aufführung schnell ein paar Fotos oder ein Video mit dem Handy machen will, sollte es sich lieber verkneifen.

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Die Ausgabe 2026 des Festivals wirbt mit einem „handverlesenen Programm der besten Künstlerinnen und Künstler aus Tanz, Oper, Musik und Theater“. Sie soll eine telefonfreie Umgebung werden: Die Veranstalter kündigen an, dass in der gesamten Queen’s-Hall-Reihe kein Klingeln und kein Bildschirm mehr stören soll.

Die neue Richtlinie „Lights Down, Phones Off“ ruft das Publikum dazu auf, sich ganz dem Moment hinzugeben.

„Wir reagieren auf das, was uns Publikum und Künstlerinnen und Künstler gesagt haben: Handys stören“, heißt es in der Mitteilung. „Im Jahr 2025 haben Telefone jedes einzelne Konzert unserer Kammermusikreihe in der Queen’s Hall unterbrochen – zum Ärger aller im Saal. Sie stören nicht nur die Anwesenden. Sie bereiten auch zusätzliche Probleme, wenn Konzerte für eine Radioübertragung aufgezeichnet werden, von der später Tausende Menschen zu Hause profitieren.“

EIF führt weiter aus: „Vor Beginn der Aufführung können Sie gern noch schnell ein Foto machen, die letzte Nachricht verschicken oder den Moment online teilen. Dasselbe gilt für die Pause oder den Schlussapplaus. Während der Vorstellung selbst aber sollten Sie die Gelegenheit nutzen, ganz präsent zu sein.“

Die Organisatorinnen und Organisatoren fügen hinzu: „Und wenn Sie nicht wissen, wie Sie Ihr Handy ausschalten oder Klingeltöne, Benachrichtigungen und geplante Alarme komplett stummschalten, hilft Ihnen unser freundliches Personal gern weiter.“

Nicola Benedetti, mit einem Grammy ausgezeichnete Geigerin und EIF-Direktorin, erklärte (Quelle auf Englisch): „Live-Aufführungen sind unvergleichlich, und das Edinburgh International Festival will diese seltene Erfahrung schützen. Die Wirkung unseres Programms verstärkt sich durch die spürbare, gemeinsame Präsenz aller im Raum, und wir wollen, dass Sie ganz bei uns sind.“

Benedetti fügte hinzu: „Die Ansichten dazu sind in den vergangenen Monaten laut und deutlich geäußert worden, und wir handeln im Einklang mit unserem geliebten Publikum und unseren außergewöhnlichen Künstlerinnen und Künstlern.“

„Der kürzlich verstorbene große Alfred Brendel, dem wir in diesem Jahr in unserer Queen’s-Hall-Reihe gedenken, hat es am besten auf den Punkt gebracht: ‚Der Beitrag des Publikums ist Konzentration und Stille – eine Elektrizität, von der die Musikerinnen und Musiker sich aufladen können.‘“

Sie schloss: „Diese Elektrizität ist real, ich habe sie mein ganzes Leben lang von der Bühne aus gespürt. Wir ermutigen unser Publikum, die Handys auszuschalten und die Kunst den Rest übernehmen zu lassen.“

Vor Kurzem kündigte die US-Sängerin Phoebe Bridgers ein vollständiges Handyverbot bei ihrer Arena-Tournee durch Europa und Nordamerika an. Damit reiht sie sich in eine Liste von Künstlern wie Bob Dylan, Jack White, Tool und Placebo ein, die bei ihren Konzerten ebenfalls auf ein striktes Keine-Handys-Prinzip bestehen.

Doch längst nicht alle Musikerinnen und Musiker ziehen gegen Smartphones zu Felde.

Im Jahr 2024 kritisierte Blur-Frontmann Damon Albarn Bob Dylans Handyverbot und argumentierte, Künstlerinnen und Künstler sollten das Publikum lieber einbinden, statt es zu beschränken. „Die Leute wollen gar nicht auf ihr Handy schauen, wenn du sie richtig ansprichst“, sagte er der BBC. Und er fragte: „Wenn man anfängt, Dinge zu verbieten – wo hört das auf?“

Die diesjährige Ausgabe des Edinburgh International Festival findet vom 7. bis 30. August statt.

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