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Global Beatles Day: Wer war das Walross?

Global Beatles Day: Wer war das Walross?
Global Beatles Day: Wer ist das Walross? Copyright  AP Photo - Canva
Copyright AP Photo - Canva
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Zum ersten Global Beatles Day gehen wir einem der hartnäckigsten Rätsel rund um die legendäre Band auf den Grund und erzählen die ganze Geschichte.

Heute ist der erste offizielle Global Beatles Day, ein Datum, das von den Beatles und Apple Corps Ltd. nun offiziell anerkannt ist.

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Am 25. Juni 1967 betraten John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr Studio Eins der Londoner Abbey Road Studios. Dort spielten sie bei der ersten internationalen Satelliten-Fernsehübertragung ihr geliebtes Lied ‚All You Need Is Love‘.

Zur Feier dieses offiziellen Premieren-Tags richtet Euronews Culture den Blick auf eines der hartnäckigsten Rätsel rund um die Fab Four, ein Mysterium, das so manchen Musikfan nachts wachhält: Wer war das Walross in ihrem Klassiker von 1967, ‚I Am The Walrus‘?

Bevor wir das Rätsel lösen, zunächst ein wenig Hintergrund ...

Der Song stammt aus der Feder von Lennon. Er ließ sich teilweise von Lewis Carrolls Gedicht „The Walrus and the Carpenter“ aus dem Jahr 1871 inspirieren – und von zwei angeblichen LSD-Trips. Später war Lennon entsetzt, als er erst im Nachhinein merkte, dass das Walross in dem Gedicht eigentlich der Bösewicht ist.

Über die bewusstseinsverändernden Drogen beklagte er sich dagegen nicht.

Veröffentlicht wurde das Stück auf dem Soundtrack-Album zu ihrem TV-Film Magical Mystery Tour. Es brachte es sogar zu der zweifelhaften Ehre, von der BBC verboten zu werden – wegen der letzten beiden Zeilen der vierten Strophe: „Yellow matter custard / Dripping from a dead dog’s eye / Crabalocker fishwife, pornographic priestess / Boy, you’ve been a naughty girl / You let your knickers down“.

Schon an diesem kurzen Ausschnitt sieht man, wie vollgepackt ‚I Am The Walrus‘ mit bunten, surrealen Bildern ist: Da ist vom „sitting on a corn flake“ die Rede, vom „egg man“, von einem „elementary penguin singing“ und sogar von einer frechen Anspielung auf Edgar Allan Poe.

Kritiker sahen darin schon Elemente indischer Philosophie, andere lasen den Text als Abrechnung mit blindem Religionsglauben oder als verbale Rakete gegen den Kapitalismus.

Doch in Wahrheit schrieb Lennon den Song nur, um sein Publikum zu verwirren.

Auslöser war ein Brief, in dem stand, ein Lehrer habe begonnen, Beatles-Songs im Unterricht zu analysieren und den Texten tiefgründige, akademische Bedeutungen zuzuschreiben. Das nervte Lennon. Also beschloss er, all jene bewusst in die Irre zu führen, die verzweifelt nach Sinn in seinen Worten suchten – und stopfte so viele abstrakte Bilder in den Song wie möglich.

Doch nun zur zentralen Frage: Wer war das Walross?

Einen Hinweis lieferte später die weitere Diskografie der Band. Auf dem Doppelalbum ‚The Beatles‘ von 1968, besser bekannt als ‚White Album‘, singt John im Song ‚Glass Onion‘ schelmisch: „The walrus was Paul“.

Fall gelöst, könnte man meinen. Zumindest dachten das viele Fans ...

Doch 1970 wurde alles wieder komplizierter. Lennon veröffentlichte sein erstes Soloalbum nach der Trennung der Beatles, ‚John Lennon / Plastic Ono Band‘. Darauf singt er im bittersüßen Stück ‚God‘: „I was the Dreamweaver / But now I'm reborn / I was the walrus / But now I'm John / And so, dear friends / You'll just have to carry on / The dream is over.

G’goo goo g’joob
G’goo goo g’joob AP Photo - Canva

Also, war das Walross nun Paul oder John?

Und was soll das überhaupt bedeuten? Ist es etwas Gutes, das Walross zu sein? Oder eher eine Beleidigung, wenn man bedenkt, dass das Walross in Carrolls Gedicht eine gutgläubige Schar vermenschlichter Austern anlockt, nur um die wehrlosen Muscheln anschließend genüsslich zu verspeisen?

Eine Antwort auf diese Fragen führt jedoch am Wesentlichen vorbei. Wer sie zu ernst nimmt, verfehlt den Kern von ‚I Am The Walrus‘ und seiner psychedelischen Verspieltheit. Wie schon gesagt: Der Song ist bewusst unsinnig – ein kleines Kauderwelsch-Juwel, dem man keinen buchstäblichen Sinn andichten kann.

Man kann das mit dem Meme vergleichen: „Die Vorhänge waren blau – was der Autor meinte / was deine Englischlehrerin denkt, dass der Autor meinte“.

„Die Vorhänge stehen für seine tiefe Depression und seinen fehlenden Lebenswillen“, erklärt die Lehrkraft.

Was der Autor meinte: „Die Vorhänge waren einfach verdammt blau.“

Manchmal lohnt es sich, nicht jedes Wort zu überdeuten. Stattdessen kann man die befreiende Erkenntnis genießen, dass nicht alles aus endlosen Bedeutungsschichten besteht. Manches ist einfach nur eine „Glass Onion“.

G’goo goo g’joob.

Schönen Global Beatles Day! Schauen Sie sich das Video oben im Artikel an – wir sind losgezogen und haben Musikfans gefragt, ob sie die Fab Four heute noch hören.

Cutter • Mikhail Calvez

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