Eine neue Umfrage zeigt, dass die meisten Menschen in der Schweiz trotz internationaler Krisen erstaunlich zuversichtlich in die Zukunft blicken. Dabei gehören Deutschschweizer und ältere Leute zu den besonders zufriedenen Eidgenossen.
Gerade haben die Schweizer kollektiv den Erfolg ihrer Nati gefeiert, die es - anders als die deutsche Nationalmannschaft - bei der Fußball-WM immerhin ins Viertelfinale geschafft hat - und dann gegen Argentinien ausschied.
Dass ein verlorenes Match nicht gleich das Ende der Welt bedeutet, das wissen die Menschen in der Schweiz ganz offenbar, denn 80 Prozent von ihnen blicken trotzdem mit Zuversicht ins kommende Jahr.
Das hat eine neue Untersuchung ergeben. Für das Versicherungsunternehmen Helvetia Baloise wurden 1.866 Personen in der Deutsch- und in der Westschweiz befragt.
"Unsere Studie zeigt, dass Zuversicht nicht im luftleeren Raum entsteht, sondern dort wächst, wo Menschen Halt, Nähe, Ermutigung sowie finanzielle Sicherheit erleben", erklärt Markus Bucheli, Head of Marketing & Market Communication bei Helvetia Schweiz.
Deutschschweizer und Ältere sind besonders zuversichtlich
Besonders zuversichtlich sind die Menschen in der Deutschschweiz (im Vergleich zur Französischen Schweiz) - sowie die Schweizerinnen und Schweizer, die über 65 Jahre alt sind.
Während 76 Prozent der unter 50-Jährigen zuversichtlich auf die nahe Zukunft schauen, sind es bei den über 65-Jährigen 86 Prozent. Zudem zeigt sich - wenig überraschend, dass mit steigendem Einkommen die Zuversicht stärker verbreitet ist. Je jünger die Befragten sind, desto höher ist der Stellenwert der finanziellen Mittel.
Zwischen Frauen und Männer gibt es bezüglich der positiven Sicht auf die Zukunft kaum einen Unterschied.
Als wichtigstes Lebensziel nennen 77 Prozent der Befragten den Wunsch, gesund älter zu werden. Etwa die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer träumt von Reisen oder von einer Weltreise.
Bei den Quellen der Zuversicht liegen Freundschaften, Liebe, Familie und Gesundheit mit etwa 50 Prozent ganz vorn.
81 Prozent der Befragten, die sich eine Familie wünschen, glauben daran, dieses Ziel zu erreichen oder haben es bereits verwirklicht.
Was macht den Schweizern Sorgen?
Bei der Volksbefragung hatten die Wähler im Juni der Angst-Kampagne gegen zu viel Migration eine Absage erteilt. An der Urne lehnten besonders die Westschweizer und die Menschen in den Städten die SVP-Initiative gegen Zuwanderung ab.
Sorgen bereitet den Menschen in der Schweiz vor allem die Frage nach dem Gesund-alt-Werden (45 Prozent). Auch beim Thema finanzieller Wohlstand sehen 43 Prozent potenzielle Probleme.
Von den Schweizerinnen und Schweizern, die weniger als 4.000 CHF (etwa 3.700 Euro) im Monat verdienen, blicken nur 69 Prozent zuversichtlich in die Zukunft.
Fehlende finanzielle Mittel und Faktoren, die sich nicht beeinflussen lassen, wie Gesundheit und Schicksal, werden laut Studie als grötße Hindernisse auf dem Weg zur Erreichung der eigenen Lebensziele gesehen
Im letzten Weltglücksbericht lag die Schweiz auf Platz 10 - deutlich hinter den seit Jahren führenden Bewohnern von Finnland, Island und Dänemark. Die Deutschen hatten sich zuletzt immerhin auf Platz 17 und damit um fünf Positionen weiter nach vorne gekämpft im Vergleich zu 2025.