Loader
Finden Sie uns
Werbung

Ceuta in Alarmbereitschaft: Aufrufe zu Grenzübertritten in Marokko für 15. August

Ein Migrant hält ein Schild mit der Aufschrift „Asyl“.
Ein Migrant hält ein Schild mit der Aufschrift „Asyl“. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Cristian Caraballo
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Ein Plakat in sozialen Netzwerken ruft für den 15. August zu einem neuen Massenansturm nach Ceuta auf. Dabei kämpft die Exklave Spaniens noch mit der Bewältigung der jüngsten Krise.

Nur wenige Tage nachdem plötzlich Zehntausende Menschen schwimmend Ceuta erreicht hatten, kursiert in den sozialen Netzwerken ein neues Plakat, das zu einem weiteren massenhaften Grenzübertritt von Marokko nach Spanien am 15. August aufruft.

WERBUNG
WERBUNG

Die staatlichen Sicherheitskräfte haben den Aufruf registriert, betrachten ihn vorerst aber mit Skepsis. Von spanischen Medien befragte Quellen halten die Aktion für "wenig sinnvoll" und sind überzeugt, dass weder Spanien noch Marokko zulassen werden, dass sich die dramatischen Szenen wiederholen.

Dabei ist die vorherige Krise noch nicht ausgestanden. Es gibt weiterhin diplomatische Spannungen, ungeklärte Fragen zur Rolle der Geheimdienste und in der Stadt werden weiter die minderjährigen Migrantinnen und Migranten gezählt.

Geheimdienste: gewarnt und überfordert?

Laut Sicherheitskreisen hatten der Geheimdienst CNI, die Nationale Polizei Spaniens und die Guardia Civil die Regierung tatsächlich vor verdächtigen Bewegungen an der marokkanischen Grenze gewarnt, bevor der Massenansturm einsetzte. Das Problem, so räumen sie ein, war die falsche Einschätzung des Ausmaßes: Der Zustrom übertraf jede Prognose.

Hinzu kommt ein unausgesprochener Vorwurf an Rabat. Dieselben Quellen behaupten, dass Marokko wusste, was sich auf seiner Seite der Grenze zusammenbraute, diese Informationen wurden jedoch nicht an Spanien übermittelt. Die spanische Regierung will die Beziehungen öffentlich nicht weiter strapazieren und betont, die Zusammenarbeit mit dem Nachbarland habe bei der Bewältigung der Krise funktioniert.

862 Minderjährige: Stadt kommt an ihre Grenzen

Diese Zahl beschreibt das Ausmaß des Problems besser als jede Erklärung: Ceuta betreut derzeit 862 minderjährige Migrantinnen und Migranten – weit mehr, als das reguläre Aufnahmesystem der autonomen Stadt mit etwa 80.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verkraften kann.

Vor diesem Hintergrund nimmt in Ceuta niemand ein solches Plakat in den sozialen Medien auf die leichte Schulter, auch wenn es wenig glaubwürdig wirken mag. Die Behörden bezweifeln, dass der Aufruf für den 15. August tatsächlich eine größere Wirkung entfaltet, doch sie wollen bis nach dem Datum sowohl die Netzwerke im Internet als auch die Grenzanlagen besonders aufmerksam beobachten.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Nach Massenankunft in Ceuta: Bericht über mögliche Dschihadismus-Verbindungen

Nach Krise in Ceuta: EU-Migrationskommissar für volle Solidarität mit Spanien

Ungarns einziges Atomkraftwerk Paks: Kritische Stunden stehen bevor