Schlaffe Hand raus, schwungvolle Hand rein. Zum zehnten Jubiläum des Films erscheint ein neues „La La Land“-Poster und behebt ein Detail, das Ryan Gosling seit Jahren keine Ruhe lässt …
Ein kleines Detail hat Ryan Gosling seit zehn Jahren genervt. Jetzt findet die La-La-Hand-Saga endlich ein Ende...
Damien Chazelles La La Land kehrt zum zehnjährigen Jubiläum im kommenden Monat in die Kinos zurück. In dem Film spielen Gosling und Emma Stone ein Paar, das sich kennenlernt und verliebt, während beide in Los Angeles ihren Träumen nachgehen. Stone gewann bei der Verleihung 2017 den Oscar als beste Hauptdarstellerin, Chazelle erhielt die Auszeichnung als bester Regisseur – und der Film wurde berüchtigt fälschlich als bester Film verkündet, bevor der tatsächliche Gewinner, Moonlight, schließlich doch noch den Hauptpreis bekam.
Zum zehnjährigen Wiederaufführungstermin hat das Team beschlossen, das Filmplakat zu verändern – darauf findet sich nämlich das Detail, das Gosling so stört.
Gosling hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, wie sehr er dieses Plakat hasst. Es sind nicht die Straßenlaternen, nicht die Skyline von Los Angeles, nicht die Farbgebung und auch nicht sein snobistisches „weißer Mann rettet den Jazz“-Gebaren. Es geht um seine Hand – genauer gesagt um sein Handgelenk, das abgeknickt ist, während seine Hand flach in der Luft steht, mitten in einem Tanz mit seiner Partnerin.
„Ich wusste nicht, dass das einmal das Plakat für den Film werden würde“, sagte Gosling 2024 dem Wall Street Journal (Quelle auf Englisch). „Wir sollten unsere Hände heben, und ich fand, es wäre cool, meine Hand flach zu halten, obwohl alle meinten, das sei nicht cool. Ich war sicher, es wäre cooler ... aber so habe ich die ganze Energie gekillt. Ich nenne es La-La-Hand.“
Jetzt kann er wieder ruhig schlafen. Lionsgate veröffentlichte folgende Erklärung: „Im Laufe der Jahre hat Ryan Gosling mehr als einmal erwähnt, dass er seine ‚La-La-Hand‘ auf dem Originalplakat gerne korrigieren würde ... Nun, Ryan, wir haben dich gehört! Lionsgate freut sich, bekanntzugeben, dass eine aktualisierte Version des Plakats jetzt offiziell unten verfügbar ist.“
Wir sind uns da nicht ganz einig.
Einerseits – Wortspiel ausdrücklich beabsichtigt – freut es uns, dass Gosling seinen Willen bekommt und dieser kleine Ärger nun vom Tisch ist. Außerdem gehört diese Korrektur nicht zu den „bis zur Hölle und zurück gephotoshoppten“ Plakat-Verbrechen, denen wir im Laufe der Jahre ausgesetzt waren.
Andererseits – diesmal ohne Entschuldigung – führt solche nachträgliche Bastelei an der Vergangenheit, eine Form von Revisionismus, nur dazu, dass wir uns den nächsten Eingriff in die Geschichte und damit einen weiteren Mandela-Effekt einhandeln – jenes faszinierende Phänomen, bei dem viele Menschen dieselbe unzutreffende Erinnerung teilen, sei es an ein Ereignis, ein Bild oder eine Formulierung, die so nie stattgefunden hat. Außer, dass sie es eben doch hat.
Ruhe in Frieden, Ryan Goslings schlaffes Handgelenk. Du wirst uns fehlen.