Zurück nach Raccoon City – wenn Sie sich trauen: Zach Creggers „Resident Evil“-Adaption kommt ins Kino, Netflix schockt mit neuer „Monster“-Staffel.
Die Gruselsaison steht vor der Tür. Entsprechend steigt der Gänsehaut-Faktor bei den Neuerscheinungen dieser Woche.
Die Resident-Evil-Adaption von Zach Cregger zählt zu unseren meist erwarteten Horrorfilmen dieses Jahres. Schon der Trailer verspricht Hochspannung zum Hinter-die-Hände-Gucken – diese spinnenartigen Gliedmaßen am Türrahmen, ahhh!
Wer es weniger blutig und schreckhaft mag, ist bei Aardman Animations – dem genialen Studio hinter „Wallace & Gromit“ – besser aufgehoben. Mit Shaun the Sheep: the Beast of Mossy Bottom setzen sie auf einen wesentlich gemütlicheren, „määäh-rkwürdigen“ Grusel.
Für pure Inspiration lohnt sich ein Besuch beim London Design Festival. Überall in der Stadt – auch im V&A, das unten ausführlicher vorkommt – zeigen Häuser Installationen, die Perspektiven verschieben und den Einfluss von Technologie auf Design und Handwerk hinterfragen.
Oder Sie vertreiben die heraufziehende Dunkelheit einfach auf der Tanzfläche – mit Tove Los neuem Album, dessen fiebrige, kämpferische Stimmung bestens gegen den Herbstblues hilft.
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Ausstellungen
Andy Warhol: Line and Image
Wann: vom sechzehnten September bis zum zehnten Januar 2027
Wo: Musée du Luxembourg (Paris, Frankreich)
Als Kind war Andy Warhol zeitweise ans Bett gefesselt und fand im Zeichnen eine Form der Flucht. Er skizzierte alles, von Filmstars bis zu Schmetterlingen. Mit Bleistift und Papier brachte er Leidenschaften, Neugier und Fantasiewelten auf den Punkt – und schuf damit einen Raum für grenzenlose Experimente. Diese frühen Übungen prägten seine gesamte Karriere. Das Musée du Luxembourg (Quelle auf Englisch) zeigt rund 150 Zeichnungen aus allen Schaffensphasen: Porträts, Karikaturen, Selbstdarstellungen und Werbematerial. Die Schau bietet einen zarten, sehr persönlichen Blick auf einen Ikonen-Künstler, den man sonst mit grellen Gesten und lautem Werk verbindet – ein Muss für Warhol-Fans und kreative Tagträumer. Mehr Infos hier. (Quelle auf Englisch)
V&A x LDF: Awakenings
Wann: Bis 18. Oktober 2026
Wo: Victoria and Albert Museum (London, Vereinigtes Königreich)
In Zusammenarbeit mit dem London Design Festival zeigt das V&A eine Reihe verblüffender Installationen, die die Schnittstellen von Design, Handwerk und Technologie ausloten. Zu sehen ist etwa Eunjo Lees schwindelerregendes „When the Void Gazes Back“, das mit 3D-gedruckten Ton-Skulpturen nichtmenschliches Bewusstsein einfängt. Oder die farbigen, analog inspirierten Arbeiten von Andre Williams, die die Zeit förmlich anhalten. Das Programm ist breit gefächert und sollte jede Art von Neugier bedienen. Mehr Infos. (Quelle auf Englisch)
Bonus-Tipp: Die Fondazione Magnani Rocca (Quelle auf Englisch) zeigt die bislang größte Man-Ray-Retrospektive in Italien. Der Pionier der Dada- und Surrealismus-Bewegung ist dort vom zwölften September bis zum 13. Dezember 2026 zu sehen.
Filme
Resident Evil
Wo: Kinos
Wann: 18. September
Verfilmungen von Videospielreihen sind berüchtigt – oft aus gutem Grund. Das gilt besonders für Resident Evil, die unheimliche Serie aus den Neunzigerjahren, in der Spieler durch eine Welt aus Biowaffen, Pharma-Skandalen und Zombie-Monstern navigieren. Der erste Kinofilm von 2002 hat noch treue Fans, doch die folgenden Fortsetzungen und das letzte Realfilm-Reboot von 2021 ließen viele nur noch rufen: „Stopp! Mach diese Tür nicht auf!“ bei jedem neuen Versuch. Wenn es aber jemand schaffen kann, dann Zach Cregger, der Regisseur der Horror-Hits Barbarian und Weapons. Er ist ein Meister darin, Erwartungen zu brechen und eine anhaltende Untergangsstimmung zu erzeugen. Seine Version konzentriert sich auf die klaustrophobische Atmosphäre der Spiele: Ein junger Medikamentenbote findet sich in einer albtraumhaften, von Monstern überrannten Racoon City wieder.
Bonus-Tipp: Aardman Animations feiern ihr 50-jähriges Bestehen, und eine ihrer beliebtesten Figuren kehrt zurück ins Kino: Shaun das Schaf in The Beast of Mossy Bottom, ab 18. September.
Serien
Monster: The Lizzie Borden Story
Wo: Netflix
Wann: 17. September
1892 wurden in den USA ein Mann und seine zweite Ehefrau mit einer Axt erschlagen aufgefunden. Im Haus war nur noch die gemeinsame Tochter, die zweiunddreißigjährige Lizzie Borden. Sie wurde mangels handfester Beweise freigesprochen. Der Fall gehört trotzdem zu den spektakulärsten und meist ausgeschlachteten Verbrechen der US-Geschichte; das ungelöste Rätsel – und damals der Verdacht gegen eine weiße Frau aus der Mittelschicht – sorgen bis heute für Faszination. Nun nimmt sich Monster, die True-Crime-Anthologie von Ryan Murphy und Ian Brennan über prominente Mordfälle, die Geschichte vor. Ella Beatty spielt Lizzie, Rebecca Hall ihre Stiefmutter, Vicky Krieps das Hausmädchen. Die hochkarätige Besetzung dürfte True-Crime-Fans an den Bildschirm fesseln.
Bonus-Tipp: Der kettenrauchende, fluchende und trotzdem liebenswerte Chaot Jackson Lamb (Gary Oldman) ist zurück. Die sechste Staffel der Emmy-prämierten Serie Slow Horses von Apple TV+ steht ab 16. September zum Streamen bereit.
Musik
Tove Lo: Estrus
Wann: 18. September
Die schwedische Sängerin und Songschreiberin Tove Lo meldet sich mit ihrem sechsten Album zurück. Estrus ist eine pulsierende, archaische Hommage an weibliches Begehren. Ähnlich wie Robyns Sexistential, das Anfang dieses Jahres erschienen ist, verhandelt es Spannungen zwischen Identität und Biologie, Instinkt und Überlegung. „You're drunk and horny in the crowd / You need attention, let your tears come down“, singt Lo im Opener DNH und gibt damit die Richtung vor: eine elektrogetriebene Katharsis, die mit wilder Energie in Vergangenheit und Gegenwart eintaucht. Klare Antworten gibt es nicht – aber eine schweißtreibende Befreiung auf der Tanzfläche ist garantiert.
Bonus-Tipps: In dieser Woche erscheinen zahlreiche weitere bemerkenswerte Alben, darunter Apples for Isaac von Echo & the Bunnymen und The Meaning of Flowers von Agnes Obel. Wer noch nicht genug von Festivals hat, kann vom 16. bis 19. September nach Hamburg reisen: Dort findet das Reeperbahn (Quelle auf Englisch)-Festival statt. Seit seiner Gründung 2006 hat es sich zum größten Clubfestival Europas entwickelt. Mehrere Hundert Live-Auftritte auf rund 70 Bühnen mit Fokus auf neuen internationalen Acts stehen auf dem Programm.