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EU-Kommission geht gegen Versorgungsengpässe bei Medikamenten vor

Brüssel will gegen Engpässe bei Arzneimitteln vorgehen
Brüssel will gegen Engpässe bei Arzneimitteln vorgehen Copyright Julio Cortez/Copyright 2018 The AP. All rights reserved.
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Von Grégoire Lory
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Die EU-Kommission schlägt die sofortige Einführung eines freiwilligen europäischen Solidaritätsmechanismus für Arzneimittel vor, um Engpässe vor der Wintersaison zu vermeiden.

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Mit dem nahenden Winter haben die Apotheken in Europa wieder einmal mit Arzneimittelengpässen zu kämpfen.

Täglich müssen die Apotheker etwa in Brüssel Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um eine Lösung für die Patienten zu finden.

"Jeden Tag müssen wir recherchieren, um den Überblick über die Behandlungen der Patienten zu behalten. Wir versuchen auch, Alternativen zu finden, wenn sie verfügbar sind", sagt der Brüsseler Apotheker Didier Ronsyn.

"Wir versuchen, uns gegenseitig zu helfen, wenn wir können, und in den kompliziertesten Fällen müssen wir wirklich 'nein' sagen. Wir müssen uns an den Arzt wenden, damit er die Behandlung gegebenenfalls ändern kann."

Im vergangenen Jahr registrierte die französische Agentur für Arzneimittelsicherheit und Gesundheitsprodukte mehr als 3.700 Berichte über Versorgungsengpässe oder die Gefahr davon.

Auf Drängen der Mitgliedstaaten legte die EU-Kommission am Dienstag nun eine Reihe von Maßnahmen vor, um Engpässe zu vermeiden.

Sie schlägt die sofortige Einführung eines freiwilligen europäischen Solidaritätsmechanismus für Arzneimittel vor.

"Für diesen Winter werden wir sofort einen neuen freiwilligen Solidaritätsmechanismus einrichten", erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

"Damit können Mitgliedstaaten, in denen es zu Engpässen kommt, andere Mitgliedstaaten um Unterstützung bitten, die möglicherweise Medikamente austauschen können, wenn sie über ausreichende Vorräte verfügen."

Die Kommission beabsichtigt außerdem, bis Ende des Jahres eine EU-Lliste kritischer Arzneimittel zu erstellen - zur Freude von Verbraucherschützern.

"Es wird ein nützliches Instrument sein, weil es Medikamente enthalten sollte, die den vorrangigen Bedürfnissen der Gesundheitsversorgung entsprechen", meint Ancel-la Santos, Gesundheitsreferentin beim Europäischen Verbraucher-Dachverband BEUC.

"Es wird den Behörden die Arbeit erleichtern, sich mehr auf diese Medikamente zu konzentrieren, die Lieferkette zu analysieren, Schwachstellen zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen, um diese Schwachstellen zu beseitigen. Außerdem soll die Zusammenarbeit bei diesen kritischen Arzneimitteln verbessert und verstärkt werden. All dies sind Maßnahmen, die wir positiv bewerten".

Längerfristig schlägt die Kommission vor, ihre globalen Lieferketten durch internationale Partnerschaften mit Drittländern zu diversifizieren.

Schließlich will die Kommission die Produktionskapazitäten für die Herstellung kritischer Arzneimittel und Wirkstoffe stärken.

Sie hütet sich jedoch davor, von einer Re-Industrialisierung des Sektors auf dem Kontinent zu sprechen.

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