Es wird erwartet, dass die bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina den europäischen Wintersport weiter ankurbeln werden. Allerdings werden immer höhere Kosten für Schneeliebhaber zum Hindernis.
Italien bereitet sich auf einen massiven Tourismusschub durch die bevorstehenden Olympischen Winterspiele und Paralympics in Mailand und Cortina vor. Bis zu zwei Millionen Besucher werden erwartet.
Laut Statistik sind die Ausgaben in den italienischen Skigebieten im Vergleich zum Vorjahr um 20 % gestiegen, das höchste Wachstum unter den europäischen Winterreisezielen, gleichauf mit Österreich. Dies geht aus einem VISA-Bericht hervor, der Europe in Motion für die Wintersaison 2023/2024 und 2024/2025 zur Verfügung gestellt wurde.
Auch in Frankreich (15 %), der Schweiz (10 %) und Norwegen (10 %) sind die Ausgaben deutlich gestiegen. Abgesehen vom Sport geben die Touristen am meisten für Restaurants (19 %) aus, gefolgt von Hotelunterkünften (17 %) und Lebensmitteln (9 %).
Obwohl der Markt immer noch profitabel ist, deuten andere Daten darauf hin, dass Wintersport zunehmend zu einer Nischenaktivität wird. Der italienische Hotelverband Federalberghi zum Beispiel hat kürzlicheinen Rückgang von fast 4 Millionen Besuchern zwischen 2023 und 2025 beklagt. Mehr als die Hälfte von ihnen, so hieß es, verzichte aus finanziellen Gründen.
Welche Wintersportarten bevorzugen die Europäer?
Knapp die Hälfte (47 %) der britischen Touristen zieht Schlittschuhlaufen dem Skifahren vor, eine Leidenschaft, die sie mit den Ungarn (51 %) teilen. Während die Mehrheit der rumänischen Wintertouristen Hundeschlittenfahrten liebt (51 %).
Alle anderen befragten europäischen Länder bevorzugen das Skifahren, wobei der Anteil in Österreich mit 63 % am höchsten ist. Die Amerikaner kommen lieber zum Snowboarden.
Am ehesten trifft man in den kälteren Monaten auf deutsche Touristen: 80 % von ihnen verbringen ihren Winterurlaub gerne im Ausland, gefolgt von den Norwegern (50 %).
Für die Finnen hingegen kommen die Alpen nicht in Frage, sie fahren lieber im eigenen Land Ski. Auch die Mehrheit der Polen bleibt der VISA-Statistik zufolge lieber in der Heimat (90 %), ebenso wie die Franzosen (85 %). Frankreich ist übrigens das Lieblingsziel der Briten.
Kontroverse um die Olympischen Spiele
Die Vorfreude wächst vor der Eröffnungszeremonie am Freitag im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion - weithin als San Siro bekannt - mit Auftritten von Mariah Carey, Andrea Bocelli und Laura Pausini.
Eine Kontroverse gab es aber, als bekannt wurde, dass Agenten der US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) während der Olympischen Spiele nach Italien kommen und dort die diplomatischen Sicherheitskräfte unterstützen sollen.
Nach den tödlichen Schüssen auf zwei amerikanische Zivilisten bei Kontrollen gegen illegale Einwanderung in Minneapolis ist die ICE in den USA harscher Kritik und Protesten ausgesetzt.
Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi bestätigte die Präsenz der ICE, erklärte jedoch, dass sie lediglich der nachrichtendienstlichen Unterstützung der diplomatischen und olympischen US-Delegation in Italien dienen werde.
Kritik an den Organisatoren wurde auch laut wegen der Verzögerungen beim Bau der Santagiulia-Hockey-Arena in Mailand und wegen des Fehlens von Parkplätzen für das Personal.