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Antisemitismus: Wer nimmt ihn am häufigsten wahr?

Mehr als die Hälfte der befragten Europäer hält Antisemitismus in ihrem Land für ein Problem, so die aktuellen Ergebnisse eines Eurobarometers
Mehr als die Hälfte der befragten Europäer hält Antisemitismus in ihrem Land für ein Problem, so die aktuellen Ergebnisse eines Eurobarometers Copyright  Euronews
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Von Inês Trindade Pereira & video by Léa Becquet
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Anfeindungen im öffentlichen Raum oder im Internet und antisemitische Schmierereien werden am häufigsten als Formen von Judenfeindlichkeit in der EU genannt. Wo in Europa nehmen die Menschen dies am meisten wahr?

Mehr als die Hälfte der Europäer hält Antisemitismus in ihrem Land für ein Problem, so die neuen Daten von Eurobarometer.

Franzosen, Italiener und Schweden sehen demnach den Antisemitismus am ehesten als signifikantes Problem, während die Menschen in Estland, Finnland und Lettland dies in der Befragung am seltensten nannten.

In allen Ländern sind es vor allem Frauen, städtische Bevölkerung, Angehörige einer Minderheit und Personen mit höherer Bildung, die Antisemitismus als Problem wahrnehmen.

Nicht überraschend, besteht eine höhere Sensibilität gegenüber Antisemitismus bei denjenigen, die jüdische Freunde oder Bekannte haben (67 %), verglichen mit Personen ohne solchen persönlichen Bezug (52 %).

Krieg scheint ein treibender Faktor zu sein: Fast siebzig Prozent der Befragten meinen, dass Konflikte im Nahen Osten die Wahrnehmung jüdischer Menschen in ihrem Land beeinflussen.

"Hassreden, insbesondere Antisemitismus und Holocaust-Leugnung, haben ein Ausmaß erreicht, das seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu beobachten war", beklagte UNESCO-Generaldirektor Khaled El-Enany in einer anlässlich des Gedenktages für die Holocaust-Opfer veröffentlichten Befragung seiner Organisation über Antisemitismus an Schulen.

Im Eurobarometer gab außerdem fast die Hälfte der Europäer an, dass der Antisemitismus in ihrem Land in den vergangenen fünf Jahren zugenommen habe. Insbesondere die Befragten in den Niederlanden, Schweden und Dänemark empfanden dies so.

Umgekehrt meinen nur 9 % der Befragten, dass der Antisemitismus zurückgegangen sei, vor allem diejenigen in Malta, Rumänien und Polen.

Wie manifestiert sich der Antisemitismus?

Anfeindungen in der Öffentlichkeit, antisemitische Schmierereien oder Vandalismus und Antisemitismus im Internet sind die am häufigsten genannten Formen.

Fast zwei Drittel (62 %) der befragten EU-Bürger halten antisemitische Anfeindungen in der Öffentlichkeit für ein bedeutendes Problem, ein Anstieg von 11 Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung 2018. Feindseligkeit an öffentlichen Orten wird vor allem von den Befragten in Frankreich, Italien und den Niederlanden als Problem angesehen.

Personen zwischen im Alter von 15 bis 24 Jahren sind sich des Antisemitismus im Internet stärker bewusst als Ältere ab 55 Jahren - "wahrscheinlich auf ein Generationsgefälle zurückzuführen", konstatiert auch der Eurobarometer-Bericht.

Weit verbreitet auch in Schulen

Antisemitismus ist auch in den Schulen der EU präsent: Mehr als drei Viertel der befragten Lehrkräfte in 23 Mitgliedstaaten haben laut der UNESCO-Umfrage antisemitische Vorfälle in ihren Klassenzimmern erlebt.

Etwa 61 % von ihnen gaben an, dass ihre Schüler den Holocaust leugneten oder Tatsachen darüber verdrehten, und 42 % berichteten, dass andere Lehrkräfte sich antisemitisch verhalten hätten.

Fast die Hälfte der Lehrer hatte schon mit Schülern zu tun, die Nazi-Gesten machten, Nazi-Symbole zeichneten oder trugen.

70 % der befragten Lehrkräfte gaben an, dass sie keine professionelle Schulung erhalten hätten, wie sie den heutigen Antisemitismus erkennen und bekämpfen können.

"Die meisten Lehrer haben noch nie eine spezielle Schulung erhalten, um sich mit dieser Realität auseinanderzusetzen, einschließlich der Konsequenzen für die Entwicklung von KI", sagte El-Enany.

Weniger als ein Drittel hatte an Schulungen über Antisemitismus teilgenommen, die von Fachorganisationen außerhalb ihrer Schule angeboten wurden.

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