Mindestens acht europäische Länder verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen – trotz des insgesamt rückläufigen Trends.
Einem neuen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind die Masernfälle in Europa und Eurasien im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Die Organisation meldet einen Rückgang um 75 Prozent: Während 2024 noch fast 130.000 Fälle registriert wurden, sank die Zahl 2025 auf rund 34.000.
Nach Angaben der WHO ist diese Entwicklung vor allem auf verstärkte Maßnahmen zur Eindämmung von Ausbrüchen sowie auf eine allmählich sinkende Zahl anfälliger Personen zurückzuführen.
Die höchste Inzidenzrate in der WHO-Region Europa verzeichnete Kirgisistan mit 1.167 Fällen pro einer Million Einwohner und insgesamt elf Todesfällen. An zweiter Stelle lag Rumänien mit 222 Fällen pro Million Einwohner. Obwohl Rumänien damit weiterhin stark betroffen ist, bedeutet dies einen deutlichen Rückgang gegenüber 2024, als dort noch mehr als 1.600 Fälle gemeldet wurden.
Belgien war das einzige weitere EU-Land unter den zehn am stärksten betroffenen Staaten und kam auf eine Inzidenz von 33 Fällen pro einer Million Einwohner.
Wo nahmen die Fälle zu – und wo gingen sie zurück?
Trotz des allgemeinen Rückgangs warnt die WHO, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei. Die Fallzahlen für 2025 liegen weiterhin über denen der meisten Jahre seit 2000. Zudem meldeten mehrere Länder im Vergleich zu 2024 steigende Zahlen, darunter die Ukraine (+988 Fälle), die Niederlande (+449), Frankreich (+393), Spanien (+185), Georgien (+175) und Israel (+120).
Auch die Tschechische Republik, Estland und Lettland registrierten leichte Anstiege, jeweils um weniger als zehn Fälle.
Den stärksten Rückgang innerhalb der WHO-Region Europa verzeichnete Rumänien mit rund 26.500 weniger Fällen, gefolgt von Kasachstan (minus fast 24.000) und Russland (minus mehr als 15.500).
Intensivere Impfkampagnen bleiben notwendig
„Die Gefahr von Ausbrüchen besteht weiterhin“, betont die WHO. In den vergangenen drei Jahren seien in der Region mehr als 200.000 Menschen an Masern erkrankt.
Solange nicht alle Gemeinden eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 Prozent erreichen, Immunitätslücken in allen Altersgruppen schließen, die Überwachung verbessern und schnell auf Ausbrüche reagieren, werde sich das hochansteckende Virus weiter verbreiten.
Nach Angaben der Organisation konnten durch Masernimpfungen zwischen 2000 und 2024 weltweit fast 59 Millionen Todesfälle verhindert werden.
Nach einem starken Anstieg der Fälle im Jahr 2024 verloren Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Spanien, das Vereinigte Königreich und Usbekistan ihren Status als masernfrei.
Wann sollten Kinder geimpft werden?
Masern sind eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Viruserkrankung, die sich leicht beim Husten oder Niesen verbreitet. Sie zählt zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt und ist etwa zwölfmal ansteckender als die Grippe. Auf eine infizierte Person können bis zu 18 ungeimpfte Personen kommen, die sich ebenfalls anstecken.
Die erste Impfdosis wird in der Regel im Alter von 12 bis 15 Monaten verabreicht, die zweite zwischen vier und sechs Jahren.
Zu den frühen Symptomen, die meist bis zu sieben Tage anhalten, gehören eine laufende Nase, Husten, gerötete und tränende Augen sowie kleine weiße Flecken an der Mundschleimhaut. Schwere Komplikationen sind jedoch möglich – darunter Lungenentzündung, Erblindung, Ohrinfektionen und eine Enzephalitis, die bleibende Hirnschäden verursachen kann.