Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Nach Trumps Kürzungen: Bricht die humanitäre Hilfe weltweit ein?

Die Mittel für humanitäre Hilfe sind seit 2023 rückläufig, was zeigt, wie anfällig sie für die politischen Launen des jeweiligen Tages sind.
Die Mittel für humanitäre Hilfe sind seit 2023 rückläufig, was zeigt, wie anfällig sie für die politischen Launen des jeweiligen Tages sind. Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Inês Trindade Pereira & video by Baptiste Goudier
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Mit den massiven Kürzungen der USA begann 2025 ein weltweiter Rückzug aus der humanitären Hilfe. Auch in Europa werden Mittel zunehmend von ärmeren Weltregionen abgezogen und in innenpolitische Vorhaben oder nahe Krisen wie die Ukraine verlagert.

Die Mittel für humanitäre Hilfe werden seit 2023 kontinuierlich zurückgefahren. Das zeigt, wie anfällig sie für die politischen Prioritäten und Stimmungen des jeweiligen Tages sind.

WERBUNG
WERBUNG

Der größte Einschnitt bei den Ausgaben für Auslandshilfe erfolgte 2025, als US-Außenminister Marco Rubio ankündigte, 83 Prozent der Programme von USAid, der internationalen Entwicklungsagentur der Vereinigten Staaten, zu streichen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich weltweit: Zwischen 2025 und 2026 sanken die globalen Mittel für humanitäre Hilfe von rund 23,97 Milliarden Euro (27,60 Milliarden US-Dollar) auf etwa 7,34 Milliarden Euro (8 Milliarden US-Dollar). Das geht aus den jüngsten Daten des Financial Tracking Service (FTS) hervor.

Derzeit entfallen auf die EU und ihre Mitgliedstaaten mehr als 40 Prozent der weltweiten Entwicklungshilfe, während die USA 28,3 Prozent beisteuern.

Schweden ist unter den EU-Mitgliedstaaten der größte Geber und trägt 9,9 Prozent zum weltweiten Gesamtvolumen bei, gefolgt von Deutschland mit 6,9 Prozent.

Ende vergangenen Jahres kündigte Deutschland jedoch an, das Budget für humanitäre Hilfe auf 10,06 Milliarden Euro zu senken. Das entspricht einem Rückgang um 251 Millionen Euro gegenüber 2025 und einem Minus von fast 20 Prozent seit 2023.

"Die eigenen Ausgaben in dieser dramatischen Situation auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren zu senken, ist schlichtweg inakzeptabel", erklärte Åsa Månsson, Geschäftsführerin von VENRO, dem Dachverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen in Deutschland.

Auch Schweden kündigte an, die Entwicklungshilfe für Mosambik, Simbabwe, Liberia, Tansania und Bolivien um rund 930 Millionen Euro (10 Milliarden Kronen) zu kürzen und die Mittel stattdessen zugunsten der Ukraine umzuschichten.

Nach Angaben der schwedischen Regierung sind "Kosteneffizienz, neue transformative Ansätze und Innovation" die Leitprinzipien dieser Strategie.

Ähnlich ist die Lage bei internationalen Organisationen, deren Budgets für Entwicklungszusammenarbeit ebenfalls durchweg gekürzt werden.

Bislang zählen das UN-Flüchtlingshilfswerk, das Welternährungsprogramm und der Zentrale Nothilfefonds zu den Organisationen, die 2026 die meisten Mittel erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr müssen jedoch auch sie Einbußen hinnehmen.

Weltweit fließt der größte Teil der Mittel in die Bereiche Gesundheit und Ernährungssicherheit.

Der größte Anteil der europäischen humanitären Hilfe geht an die Ukraine, die 607,7 Millionen US-Dollar erhält.

Die genauen Zahlen könnten sich jedoch noch ändern, wenn die EU die Verhandlungen über ihren Haushalt für den Zeitraum 2028 bis 2034 aufnimmt. Der Entwicklungsteil des EU-Haushalts, das sogenannte "Globale Europa", soll um 75 Prozent erhöht werden.

Die Hälfte dieser zusätzlichen Mittel soll der Ukraine zugutekommen, während 43,2 Milliarden Euro an andere Länder gehen sollen, die der Europäischen Union beitreten wollen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Soft Power oder Geldverschwendung? Streit um Europas Entwicklungshilfe

Zwischen den Fronten: Wie steht es um die globale humanitäre Hilfe?

Wer finanziert die Weltgesundheitsorganisation?