Gewalt- und Schwerkriminalität sind in Portugal um 1,6 Prozent zurückgegangen. Die gemeldeten Fälle allgemeiner Kriminalität sind allerdings um 3,1 Prozent gestiegen. Die Zahl der Vergewaltigungsdelikte war 2025 die höchste in den vergangenen 10 Jahren.
Der Anstieg bei der allgemeinen Kriminalität in Portugal sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Börden proaktiver und mit einer stärkeren Durchsetzung bei einigen Verbrechensarten vorgehen würden, heißt es im portugiesische Jahresbericht über die innere Sicherheit. Dazu würden unter anderem die Straßenkriminalität zählen oder der Besitz verbotener Waffen.
Der aktuelle Report hebt einen Rückgang der gemeldeten Gewalt- und Schwerkriminalität hervor, aber auch einen Anstieg der gemeldeten allgemeinen Kriminalität. Der portugiesische Premierminister Luís Montenegro sprach bei der Vorstellung des Berichts von "einer allgemeinen Stabilisierung der Zahlen und einigen Anzeichen von Besorgnis".
27 Tote bei häuslicher Gewalt
Eine der besorgniserregenden Entwicklungen betrifft die häusliche Gewalt. Sie ist zwar um 1,9 % zurückgegangen, aber "27 Menschen starben, darunter 21 Frauen, 4 Männer und 2 Kinder. Wir hatten viele Tausende Meldungen", beklagte der Premierminister.
Die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ist im dritten Jahr in Folge zurückgegangen, aber es gab immer noch 29.644 Anzeigen, von denen 69 % der Opfer Frauen waren. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass diese Straftat in den Bezirken Lissabon, Porto und Setúbal am häufigsten vorkommt.
Die Zahl der Vergewaltigungsdelikte erreichte 2025 einen Höchststand in den vergangenen 10 Jahren.
Auch bei der Beihilfe zur illegalen Einwanderung gab es einen Anstieg der Anzeigen, der Beschuldigten und der Verhaftungen. Luís Montenegro versicherte, dass weiterhin Anstrengungen unternommen werden, um die Netze des Menschenhandels zu zerschlagen.
Der Drogenhandel zeigte einen Anstieg der Anzeigen, Verhaftungen und Beschlagnahmungen sowie einen Anstieg der beschlagnahmten Mengen (+102,6 Prozent im Fall von Haschisch), mit Ausnahme von Heroin (-33,7 Prozent).
"Es ist ein Verbrechen, von dem viele andere ausgehen", so Montenegro. Die Entwicklung 2025 sei Ausdruck einer Strategie, die Wirkung zeige, "mit einer größeren Sicherstellungskapazität und auch einer größeren Zahl von Verhaftungen."
Allgemeine Kriminalität hat zugenommen
Aus dem RASI 2025 geht hervor, dass es einen Anstieg von 3,1 % gab, der auf eine "größere Proaktivität bei der Aufdeckung und Verhinderung illegalen Verhaltens" zurückzuführen ist.
Eigentumsdelikte wie Diebstahl, Raub oder Betrug machten 50,5 % der Gesamtkriminalität aus, gefolgt von Straftaten gegen Personen mit 25 %, zu denen beispielsweise Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit, Bedrohungen und Tötungsdelikte gehören. Diebstahl ist nach wie vor die am häufigsten angezeigte Straftat.
Zugenommen haben auch das Fahren mit Alkohol ≥ 1,2 g/l, das Fahren ohne legalen Führerschein und der Betrug beim Kauf oder der Miete von beweglichen Sachen.
Der vollständige Bericht kommt zu dem Schluss, dass auf der Grundlage der Daten des letzten Jahres gesagt werden kann, dass "das Land insgesamt sicher bleibt, trotz Indikatoren, die Aufmerksamkeit erfordern".
Der Global Peace Index (GPI) 2024/2025 zeigt, dass Portugal zu den zehn sichersten Ländern der Welt gehört und in Europa den fünften Platz einnimmt. Diese Position wird durch die niedrige Gewaltkriminalität und die politische Stabilität gefestigt, trotz der Zunahme von Bagatelldiebstählen.