Viele denken an Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien, wenn sie an ihr ideales europäisches Sommerreiseziel denken. Doch neue Zahlen deuten darauf hin, dass ein neues Reiseziel immer beliebter wird.
Ostern liegt gerade hinter uns, und viele Europäer haben es jetzt eilig, ihren Urlaub für den Sommer 2026 zu buchen.
Von Portugal über Griechenland für Sonnenhungrige bis hin zu Irland für diejenigen, die sich nach kühleren Temperaturen sehnen, ist Europa voller Traumziele.
Doch eine Region hebt sich von allen anderen ab - und nein, es sind nicht die üblichen Länder wie Spanien, Frankreich oder Italien.
Die kroatische Adriaregion (Jadranska Hrvatska) ist das beliebteste Urlaubsziel in der EU, wie aus den von Europe in Motion analysierten Eurostat-Daten hervorgeht.
Zwischen Juni und Ende September 2025 verzeichnete die Adria in Kroatien die höchste Anzahl an Hotelbuchungen aller Regionen in der EU: 34 Millionen Übernachtungen wurden über Airbnb, Booking und Expedia gebucht.
Und es ist nicht schwer zu verstehen warum.
Was ist das Besondere an der kroatischen Küste?
Die natürliche Schönheit der Adriaküste, das warme Wetter und die Geschichte scheinen die Hauptanziehungspunkte für Reisende aus anderen europäischen Ländern und darüber hinaus zu sein.
Die Touristen werden von der langen Küste angezogen, die von charmanten Städten gesäumt ist und vor der sich eine Reihe kleiner Inseln mit kristallklarem Wasser befinden.
Die Region ist auch für ihre kulturelle Szene und ihr pulsierendes Nachtleben bekannt, was sie zu einem beliebten Ziel für einen meist einwöchigen Roadtrip macht.
Die Stadt Split ist ein Paradebeispiel dafür. Hier können Touristen historische Stätten wie den römischen Palast von Kaiser Diokletian besichtigen und am abgelegenen Strand von Kasjuni baden.
Nur eine Stunde mit der Fähre von Split entfernt liegt die Insel Hvar, die für ihre Schnorchelspots wie Jerolim und Marinkovac bekannt ist. Fans des Windsurfens besuchen auch die Insel Brač, die direkt neben Hvar liegt.
In der Region Makarska hat sich der Biokovo Skywalk zum Hauptanziehungspunkt entwickelt. Der gläserne, hufeisenförmige Steg in 1.200 Metern Höhe bietet einen Panoramablick auf die Adria und lockt sowohl Ausflügler als auch erfahrene Wanderer an, die bereit sind, das zerklüftete Terrain des Biokovo-Gebirges zu durchqueren.
Weiter südlich bleibt Dubrovnik das bekannteste Reiseziel der Region. Branchenanalysten führen seine anhaltende Beliebtheit auf seinen Status als UNESCO-Weltkulturerbe und seine weltweite Anerkennung als Drehort für "King's Landing" in der Game of Thrones-Reihe zurück.
Aktivitäten wie die Besichtigung der Stadtmauer und das Kajakfahren bei Sonnenuntergang haben sich zu einem festen Bestandteil der lokalen Tourismuswirtschaft entwickelt.
Allerdings ist die Region im Sommer oft überfüllt, so dass viele in die Küstenstädte Zadar oder Sibenik fahren, um eine entspanntere Atmosphäre zu genießen.
Welche anderen europäischen Regionen gehören zu den Top 10?
Die kroatische Adriaküste mag aus gutem Grund an der Spitze der Buchungen stehen, aber der Rest der Top 10 - auf regionaler Ebene - ist ein französisch-spanisches Hin und Her: Andalusien, die Provence, die Valencianische Gemeinschaft, Katalonien, Okzitanien, die Nouvelle-Aquitaine, die Region Paris, Auvergne-Rhône-Alpes und die Kanarischen Inseln schaffen es auf die Spitzenplätze.
Die einzige Ausnahme bildet die griechische Makroregion Kreta und die Ägäischen Inseln auf dem fünften Platz.
Kann Europas Tourismussektor im kritischen Jahr 2026 bestehen?
Auch auf Länderebene kommt es zu einer leichten Verschiebung der Rangliste.
Frankreich gewinnt mit 108 Millionen gebuchten Übernachtungen im Sommer 2025 die Goldmedaille, während Spanien mit 91 Millionen Übernachtungen Platz 2 erreicht, gefolgt von Italien mit 75 Millionen.
Insgesamt sieht der Tourismussektor laut Eurostat weiterhin äußerst gesund aus.
Im Jahr 2025 verbrachten Touristen und Touristinnen rund 950 Millionen Nächte in online gebuchten Kurzzeitunterkünften, was einem Anstieg von 11,4 % gegenüber 2024 und 32,4 % gegenüber 2023 entspricht.
Für das Jahr 2026 gibt es jedoch einen großen Vorbehalt.
Der Iran-Krieg hat bereits zu einem Anstieg der Öl- und Kerosinkosten geführt, was einige Fluggesellschaften dazu zwingen könnte, Flüge zu streichen und die Preise zu erhöhen, um Versorgungsengpässe zu bewältigen.