"Eat like a local": In diesen 10 Städten in Europa isst man am besten - einige Städte überraschen.
Lokale Küche zu probieren gehört zu den schönsten Seiten einer Reise. An überlaufenen Orten gerät Reisende dabei aber leicht in Touristenfallen, die mittelmäßiges Essen zu horrenden Preisen servieren.
Da viele Urlauberinnen und Urlauber inzwischen genauer aufs Geld achten, hat die Buchungsplattform Holidu einen neuen Index erstellt. Er listet die Städte in Europa, einschließlich der Türkei, mit den meisten von Michelin ausgezeichneten "Eat Like a Local"-Restaurants.
Abgesehen von zwei Ausnahmen dominieren Frankreich und Italien das Top-Ten-Ranking, auch wenn einige Städte überraschen.
Venedig führt die Bestenliste mit großem Abstand an: 18 Lokale tragen dort den begehrten Titel. Für Reisende wird der Besuch dadurch noch reizvoller, denn in der Lagune der Stadt haben sich in den vergangenen Jahren dank ökologischer Schutzmaßnahmen zahlreiche Flamingos angesiedelt und geschädigte Feuchtgebiete erholen sich.
Istanbul, Marseille und Nizza teilen sich den zweiten Platz, jeweils mit zehn "Eat Like a Local"-Adressen.
Kochen lernen: Wo es die meisten Kochkurse gibt
Manche Reisende wollen noch einen Schritt weiter gehen und selbst lernen, wie die lokale Küche gekocht wird.
Hier liegt Rom vorn. Die italienische Hauptstadt bietet mehr als 300 Kochkurse. Ideal, um Carbonara, Cacio e Pepe oder frittierte Zucchiniblüten zu perfektionieren.
Florenz folgt mit 250 Kursen auf Platz 2, Paris komplettiert das Sieger-Podium mit 135 Angeboten.
Kulinarische Stadttouren sind die entspanntere Variante, aber ebenfalls ein idealer Weg, die Gastronomieszene einer Stadt zu entdecken. Auch hier führen dieselben Städte das Ranking an, nur in anderer Reihenfolge: Florenz mit 129 Touren, Paris mit 123, Rom mit 112. Dahinter folgen Istanbul und Barcelona, beide mit mehr als 60 Food-Touren.
Europaweit: Die Top 100 für kulinarische Erlebnisse
Wer sich nicht zwischen einzelnen Angeboten entscheiden kann oder lieber eine umfassende Genussreise plant, findet bei Holidu auch ein umfassendes Ranking der wichtigsten Food-Städte. Dort fließt nicht nur die Zahl der Angebote ein, sondern auch die Vielfalt der lokalen und nationalen Speisen.
"Paris mag den Glamour für sich beanspruchen, doch Istanbul belegt Platz vier und verdrängt Paris auf Rang fünf. Das zeigt einen deutlichen Wandel bei den Wünschen der Reisenden – weg vom formellen Fine Dining, hin zu einer reichen Streetfood-Tradition", erklärt Holidu im Gespräch mit Euronews.
Die Daten zeigen: Osteuropa und kleinere regionale Zentren holen leise, aber deutlich auf, wenn es um authentische "Eat Like a Local"-Erlebnisse geht.
Budapest hat es in die Top Ten geschafft, Zagreb in die Top 15. Beide Städte überholen damit traditionelle Spitzenreiter wie Lissabon und Wien, wenn es um eine authentische kulinarische Szene geht.
München besser als Berlin
Und nicht immer liegen die Hauptstädte vorne. Im inoffiziellen "Geschwisterduell" innerhalb einzelner Länder schlägt München Berlin, Krakau übertrifft Warschau, und Genf lässt Bern hinter sich.
Bestimmt die Küche inzwischen unsere Reisepläne?
Wer sich im Urlaub schon einmal anhören musste, er gebe zu viel Geld fürs Essen aus, kann der Kritik nun mit Zahlen entgegentreten.
Laut dem Global Travel Trends Report von American Express sagen mehr als 80 Prozent der Reisenden, dass sie sich auf nichts so sehr freuen wie auf das Probieren der lokalen Küche.
Und das ist noch nicht alles: Laut einer weiteren Studie der Online-Reiseplattform GetYourGuide essen 68 Prozent der Befragten im Urlaub inzwischen mehr als zu Hause. Zwölf Prozent geben sogar an, unterwegs mindestens fünf Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen.
Die Folge: Buchungen für Angebote mit "Food-Tour" im Titel werden immer beliebter und sind 2025 um 20 Prozent gestiegen.