Die US-Schauspielerin und UNHCR-Botschafterin Kristin Davis berichtet nach ihrer Reise in den Sudan zum dritten Jahrestag des Konflikts von Gewalt, Vertreibung und dramatischen Versorgungslücken. Sie erklärt, warum Mitgefühl oft mehr bewirken kann als Geld.
"Empathie kann mehr bewirken als finanzielle Mittel", sagte die US-Schauspielerin und UNHCR-Botschafterin Kristin Davis in der Euronews-Morgensendung Europe Today.
Davis, die durch ihre Rolle als Charlotte in der weltweit erfolgreichen Fernsehserie "Sex and the City" bekannt wurde, ist gerade aus dem Sudan zurückgekehrt. Dort traf sie überwiegend weibliche Flüchtlinge, die vor Gewalt und schweren Menschenrechtsverletzungen geflohen waren.
"Viele erzählten mir, dass ihre Ehemänner vor ihren Augen erschossen wurden. Sie haben nichts falsch gemacht – sie versuchen nur, ihre Familien am Leben zu erhalten", sagte sie über die Millionen Menschen, die in einem Konflikt auf der Flucht sind, dessen Ende nicht absehbar ist, und die dringend humanitäre Hilfe benötigen.
Trotz der Mittelkürzungen leistet das UNHCR Davis zufolge weiterhin lebensrettende Hilfe und bemüht sich um die Zusammenführung von Familien, auch wenn die Herausforderungen immens bleiben.
"Es war sehr frustrierend, dass wir den neu angekommenen Flüchtlingen keine warme Mahlzeit anbieten konnten. Aber wir haben getan, was wir konnten", fügte sie hinzu. Zugleich betonte sie, dass auch kleine Gesten der Freundlichkeit eine große Wirkung entfalten können.
Vereinte Nationen in schwerer Finanznot
Bereits Ende vergangenen Jahres warnte UN-Generalsekretär António Guterres, die Vereinten Nationen stünden vor der prekärsten Finanzlage seit Jahren. Wichtige Beitragszahler wie die USA und Russland hätten ihre ausstehenden Zahlungen noch nicht beglichen.
Der Haushaltsvorschlag der UNO für 2026 beläuft sich auf 3,238 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Kürzung um 577 Millionen Dollar im Vergleich zu 2025. Zudem sollen rund 2.681 Stellen gestrichen werden.
Kristin Davis verwies jedoch auch auf die Großzügigkeit und das Mitgefühl der Aufnahmegemeinschaften in den Nachbarländern. "Die meisten Flüchtlinge wollen einfach nur nach Hause", sagte sie. Rund 70 Prozent der Vertriebenen blieben in Ländern mit niedrigem Einkommen, statt nach Europa oder in die USA weiterzureisen.
Mit Blick auf die Region und den anhaltenden Krieg im Nahen Osten warnte Davis zudem vor den langfristigen Folgen der Konflikte.
"Im Libanon sind bereits mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Das ist sehr beunruhigend, und ich hoffe, dass die Menschen einen Weg zur Deeskalation finden", sagte sie.
Das vollständige Interview ist montags bis freitags um 8 Uhr bei Euronews und auf weiteren Plattformen des Senders zu sehen.