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Mehr als 150.000 Tote: Berlin berät bei Konferenz über Sudan-Hilfe

Ein sudanesisches Kind, das mit seiner Familie aus el-Fasher geflohen ist, in Tawila, Sudan, 2. November 2025
Ein sudanesisches Kind, das mit seiner Familie aus el-Fasher geflohen ist, in Tawila, Sudan, 2. November 2025 Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Seit drei Jahren herrscht im Sudan Krieg. Heute trifft sich die Bundesregierung mit afrikanischen Partnern in Berlin. Es geht um Milliardenhilfen und zivile Perspektiven – doch die Konfliktparteien, Armee und eine rivalisierende Miliz, sind nicht eingeladen.

In Berlin treffen sich heute im Auswärtigen Amt Vertreter der Bundesregierung sowie afrikanischer Länder zur Sudan-Konferenz. Auch Vertreter der Vereinten Nationen, verschiedener Nichtregierungsorganisationen sowie der sudanesischen Zivilgesellschaft und internationale Geldgeber werden anwesend sein. Anlass ist der dritte Jahrestag des Kriegsausbruchs im Sudan, wo das sudanesische Militär (SAF) und die paramilitärische Miliz (RSF) einen brutalen Krieg führen.

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Im Fokus der Konferenz würden "dringend benötigte" humanitäre Mittel für die dortige Zivilbevölkerung stehen, so eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes vor Journalisten.

Doch ein Ende des Krieges in dem drittgrößten afrikanischen Land stehe nicht auf dem Programm, erklärt Afrika-Experte Gerrit Kurtz im Gespräch mit Euronews. "Die Konfliktparteien sind gar nicht eingeladen, was diese auch kritisieren. Der Fokus liegt ausdrücklich auf zivilen Perspektiven."

Deutschland ist einer der weltweit größten humanitären Geldgeber im Sudan. 2025 stellte die Bundesregierung mehr als 160 Millionen Euro für die Region zur Verfügung. Allerdings konnte der humanitäre Hilfsplan für Sudan vergangenes Jahr nur zu 40 Prozent finanziert werden, so die Zeitung Merkur. 2,2 Milliarden Euro hätten gefehlt.

Mehr als 150.000 Tote

Hintergrund seien Kürzungen der Haushalte vieler Geberländer. Auch in Deutschland wurden Mittel für humanitäre Hilfen stark gekürzt.

"Wichtig wäre, dass auch das Thema der Staaten, die direkt oder indirekt Konfliktparteien unterstützen, stärker behandelt wird. Ich zweifle daran, dass das ein Schwerpunkt sein wird. Insgesamt muss dort mehr passieren", sagt Kurtz. "Es braucht echte Rechenschaft, die teilweise auch im persönlichen Gespräch eingefordert werden kann."

Seit Mitte April 2023 bekämpfen sich die "Sudanesischen Streitkräfte" (SAF), die die Armee des Sudan bilden, sowie die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Die RSF versucht seitdem, die Kontrolle über den Sudan zu erlangen. Die SAF werden unter anderem durch Ägypten, Iran und die Ukraine unterstützt. Auf der Seite der RSF stehen Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Äthiopien sowie weitere Länder.

Mehr als 33 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, sodie Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Etwa 70 Prozent der Sudanesen leben in Armut, fast doppelt so viele wie vor dem Krieg, so Luca Renda, der Sudan-Vertreter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP). Mehr als 150.000 Menschen sollen bei den bisherigen Kämpfen getötet worden sein.

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