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39.000€: DDR-Insel in Ostsee wird verkauft

Symbolbild: Während eines heftigen Sturms an der Ostsee in der Nähe von Kühlungsborn, 20. Oktober 2023
Symbolbild: Während eines heftigen Sturms an der Ostsee in der Nähe von Kühlungsborn, 20. Oktober 2023 Copyright  AP Photo/Matthias Schrader
Copyright AP Photo/Matthias Schrader
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Im Greifswalder Bodden wird eine ehemalige DDR-Militäranlage versteigert. Viel ist davon nicht geblieben – außer Rost, Rissen und einem Nutzungsrecht.

Im Greifswalder Bodden steht derzeit eine Immobilie zur Auktion, die mit klassischen Grundstücken wenig zu tun hat: die ehemalige Entmagnetisierungsstation "Insel Ostervilm".

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Eine Plattform im Wasser, mehr nicht. Gebaut wurde die Anlage in den 1950er-Jahren auf rund 600 Holzpfählen, etwa zehn Meter tief in der Ostsee. Zu DDR-Zeiten nutzte die Marine den Ort, um Schiffe vor Magnetminen zu schützen – über eine Kabelschleife am Meeresboden. Auf der Plattform standen ein Wohnhaus und ein Maschinenhaus, laut Anzeige "spartanisch aber funktional". Zu DDR-Zeiten war das Gelände Sperrgebiet, stationiert waren nur wenige Matrosen.

Heute ist davon vor allem der Zustand übrig. Die Gesamtfläche liegt bei rund 710 Quadratmetern, etwa 250 davon sind nutzbar. Für die Fläche besteht ein Vertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund, rund 75 Euro im Jahr. Gekauft wird kein Grundstück, sondern ein Nutzungsrecht. Die Plattform liegt etwa drei Kilometer östlich der Insel Vilm im Biosphärenreservat Greifswalder Bodden.

Fenster fehlen, Metall rostet, an den Wänden wachsen Algen.

Die Konstruktion aus Beton, Stahl und Holz ist beschädigt, an mehreren Stellen gibt es Risse. "Der Zustand ist durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode", heißt es in der Anzeige. Erreichbar ist die Plattform nur per Boot.

Eine Besichtigung ist nicht vorgesehen. Auch frühere Pläne, die Anlage etwa als Kunstraum oder Ferienobjekt zu nutzen, scheiterten an Kosten, Logistik und Genehmigungen. Versteigert werden soll sie am 4. Juni 2026 in Hamburg. Mindestgebot: 39.000 Euro, dazu kommt ein Aufgeld je nach Zuschlag.

Auf der Plattform steht außerdem eine Keramikskulptur des Künstlers Gerhard Benz, etwa 1,3 Tonnen schwer. Sie gehört nicht automatisch dazu. Laut der Bild-Zeitung wird die Anlage vor allem von Vögeln genutzt, darunter Kormorane – dauerhaft bewohnt ist sie nicht.

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