Ein Dresdner Polizist stirbt 2025 bei einer Verfolgungsjagd in Brandenburg. Jetzt hat das Landgericht Cottbus sein Urteil gesprochen: 10,5 Jahre Haft, kein Mord. Die Staatsanwaltschaft geht in Revision.
Das Landgericht Cottbus hat einen 27-jährigen Polen zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Wie mehrere Medien unter Berufung auf die dpa berichten, befand das Gericht den Angeklagten des verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge für schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Mord plädiert, weil sie ihm vorwarf, die Tat begangen zu haben, um seine Beteiligung am Diebstahl mehrerer Autos zu verschleiern.
Tödliche Verfolgungsjagd im Januar 2025
Im Januar 2025 erfasste der Angeklagte bei einer Verfolgungsjagd in Lauchhammer in Südbrandenburg den 32-jährigen Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa mit seinem Fahrzeug und tötete ihn. Der Beamte war zu dem Zeitpunkt dabei, aus seinem Auto auszusteigen, um einen Nagelgürtel auszulegen und eine Gruppe mutmaßlicher Autodiebe zu stoppen. Das berichteten lokale Medien.
Revision angekündigt
Das Gericht verwies laut Süddeutscher Zeitung unter Berufung auf dpa in der Urteilsbegründung auf die Drogensucht des Angeklagten sowie sein "rücksichtsloses Fahrverhalten". Noch im Gerichtssaal kündigte der Staatsanwalt Revision an, berichtet die BILD. Der Fall geht damit an den Bundesgerichtshof.
Bundesweite Trauer um Maximilian Stoppa
Der Tod des Polizisten hatte in ganz Deutschland tiefe Bestürzung ausgelöst. Laut Spiegel nahmen an der Trauerfeier rund drei Wochen nach der Tat mehr als 1.000 Polizisten teil. Auch die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sowie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) waren vor Ort.
Zudem wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, bei der rund 215.000 Euro für die Hinterbliebenen zusammen kamen. Am Tatort wurde inzwischen ein Gedenkstein für den getöteten Beamten errichtet. Stoppa hinterlässt eine Lebensgefährtin und ein fünfjähriges Kind.