Norwegens Außenministerium kündigte an, dass besonders sensible Rüstungstechnologie künftig nur noch an Verbündete und engste Partner exportiert wird.
Norwegens Außenministerium verteidigt seine Entscheidung, Exportlizenzen für ein maritimes Raketenabwehrsystem nach Malaysia zu widerrufen. Zuvor hatte Kuala Lumpur gewarnt, der Schritt könne das Vertrauen in europäische Rüstungsanbieter erschüttern.
Der Beschluss stoppte die Lieferung des Naval-Strike-Missile-Systems sowie von Starteinrichtungen, die im Rahmen eines 2018 geschlossenen Vertrags für Malaysias Programm für Küstenkampfschiffe bestimmt waren. Die Anschaffung galt als Teil der umfassenden Modernisierung der Marine des südostasiatischen Landes.
Das norwegische Außenministerium erklärte am Freitag, Oslo schätze das Verhältnis zu Malaysia sehr. Zugleich habe die Regierung die Kontrolle über Rüstungstechnologie verschärft; Ausfuhren besonders sensibler heimischer Produkte seien künftig auf Verbündete und engste Partner beschränkt.
Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim hatte bereits zu Wochenbeginn gewarnt, die Entscheidung könne das Vertrauen in europäische Rüstungsunternehmen untergraben und die Einsatzbereitschaft Malaysias schwächen.
Verträge seien „kein Konfetti, das man nach Belieben in alle Winde streuen könne“, sagte Anwar. „Wenn sich europäische Rüstungsanbieter nach Belieben von Abmachungen lossagen, verlieren sie ihren Wert als strategische Partner.“
„Malaysia hat seit 2018 jede Verpflichtung aus diesem Vertrag erfüllt, sorgfältig, verlässlich und ohne jede Abstriche“, fügte er hinzu.
Malaysia hatte das Geschäft über das NSM-Seezielflugkörpersystem 2018 mit dem norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg Defence & Aerospace abgeschlossen. Nach Angaben des Verteidigungsministers Mohamed Khaled Nordin hat die Regierung bereits rund fünfundneunzig Prozent der Vertragssumme überwiesen.
Nach Angaben von Kongsberg handelt es sich beim NSM um einen Unterschallflugkörper, der Ziele auf See und an Land bekämpfen kann.
Die Rakete fliegt zudem in sehr geringer Höhe über der Wasseroberfläche und verfügt laut Unternehmenswebsite über eine Funktion zur „Autonomen Zielerkennung“.