Zum Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie fehlte ein Regenbogen-Post des FC Bayern zunächst auf arabischen und spanischen X-Accounts. Nach Kritik spricht der Verein von einem "Versäumnis" – und veröffentlichte den Beitrag nachträglich.
Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie postete der FC Bayern München am 17. Mai auf seinen zahlreichen X-Accounts ein Foto der in Regenbogenfarben beleuchteten Allianz Arena. Dazu schrieb der Münchner Fußballverein: "Heute und immer – gegen Homophobie und Ausgrenzung, für Toleranz und Vielfalt!"
Was auf den Accounts in Deutsch, Englisch und Portugiesisch breit kommuniziert wurde, fehlte jedoch auffällig auf zwei Profilen: Dem arabischsprachigen und dem spanischsprachigen Account des Rekordmeisters. Nutzer auf X wurden schnell aufmerksam und machten den Widerspruch öffentlich.
Die Kritik ist klar: Wer Toleranz und Vielfalt als Vereinswerte propagiert, muss diese Haltung konsequent vertreten – unabhängig davon, welche Fangruppen damit möglicherweise verprellt werden.
FC Bayern München spricht von Versäumnis
Für den arabischsprachigen Raum ist Homosexualität in zahlreichen Ländern nach wie vor strafbar, zum Teil mit drastischen Strafen. Bayern München unterhält umfangreiche kommerzielle Interessen in arabischen Ländern – darunter Trainingslager, Sponsorenbeziehungen und eine aktiv betreute Fangemeinde in der Region.
Auf Nachfrage von Euronews sagt der FC Bayern München: "Selbstverständlich gilt unsere Haltung gegen Homophobie weltweit." Mit der Initiative 'Rot gegen Rassismus' setze der Verein sich weltweit ein. "Auch in diesem Fall haben wir die Inhalte weltweit auf unserem Instagram Kanal veröffentlicht – auch in den arabischen und spanischsprachigen Ländern. Nur auf der Plattform 'X' wurden diese Inhalte aufgrund eines Versäumnisses nicht weltweit veröffentlicht – dies haben wir selbstverständlich auf dieser Plattform korrigiert."
Inzwischen haben auch der arabische und spanische FC Bayern München-Account den Beitrag zum Tag gegen Homophobie gepostet.
Der 17. Mai erinnert an die Streichung von Homosexualität als Krankheit durch die Weltgesundheitsorganisation im Jahr 1990. Der Tag steht weltweit für Sichtbarkeit und den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität.