Der ukrainische Präsident fordert von der Europäischen Union schärfere Sanktionen gegen Russland. Moskau dürfe nicht erlaubt werden, seinen Krieg in die Länge zu ziehen oder gar auszuweiten.
Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine sei „bereit, Rumänien in jeder notwendigen Hinsicht zu unterstützen“, nachdem in der Nacht zum 29. Mai eine russische Drohne ein Wohnhaus in der rumänischen Stadt Galați getroffen hatte.
Selenskyj ruft EU zu Härte gegen Kreml auf
Der ukrainische Präsident forderte die Europäische Union auf, den Druck auf Russland zu erhöhen, damit Moskaus Krieg „nicht in die Länge gezogen oder ausgeweitet“ wird.
Moskau müsse spüren, dass "seine Angriffe erhebliche Verluste für Russland selbst bedeuten“, so Selenskyj. „Das wäre gerecht.“ Er erläuterte, Russland habe in der vergangenen Nacht einen gezielten Angriff auf die südukrainische Region Odessa geflogen, die an Rumänien grenzt.
„Dies war ein weiterer zynischer Angriff auf die zivile Infrastruktur in unseren Städten und in unseren Gewässern. Ziel waren zivile Containerschiffe“, sagte er. Die Drohne, die das Gebäude in Rumänien traf, sei im Grunde eine Art „Shahed“-Drohne gewesen.
Schon vor dem Eindringen der Drohne nach Rumänien hatte die ukrainische Luftwaffe vor einer Gruppe russischer Drohnen in der Region Odessa in Richtung Reni gewarnt. Die Luftlinie zwischen Reni und Galați, einer Stadt mit 200.000 Einwohnern, beträgt rund 20 Kilometer.
"Reale Bedrohnung für ganz Europa"
In der Nacht zum 29. Mai setzte Russland insgesamt 232 Drohnen gegen die Ukraine ein. Die Luftabwehr holte 217 von ihnen vom Himmel.
Auch der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha sagte am Freitag, Russland stelle eine „reale Bedrohung“ für die Schwarzmeerregion und für ganz Europa dar.
„Die Stärkung der Unterstützung für die Ukraine und zusätzlicher Druck auf den Aggressor, auch durch schärfere Sanktionen, bleiben entscheidend. Ebenso strategisch wichtig ist der Ausbau der ukrainischen Luftverteidigung – um nicht nur unser Land zu schützen, sondern auch die Risiken für unsere Nachbarn zu verringern“, erklärte Sybiha.
Er fügte hinzu, die Ukraine stehe an der Seite Rumäniens und sei bereit, eng zusammenzuarbeiten, um den Schutz vor solchen Bedrohungen zu verbessern.