León XIV absolviert am Montag in Madrid ein intensives Programm: Treffen mit Pedro Sánchez und Abgeordneten, Begegnung mit Bischöfen, Besuch der Almudena-Kathedrale und Großveranstaltung im Santiago Bernabéu.
Papst Leon XIV. erlebt an diesem Montag einen der wichtigsten Tage seines Besuchs in Madrid. Geprägt wird der Tag von seiner historischen Rede vor dem Congreso de los Diputados – dem ersten Auftritt eines Papstes vor dem spanischen Parlament.
„Spanien hat den Menschen nicht nur als Teil einer sozialen Ordnung betrachtet, sondern ihn als auf die Wahrheit hin offenes Geschöpf erkannt“, sagte der Papst. „Man muss anerkennen, dass Gesellschaft und auch die Kirche nicht immer den Intuitionen gerecht wurden, die in ihrer eigenen christlichen Tradition Widerhall fanden“, fügte er hinzu.
Der Pontifex nutzte den Auftritt auch, um eine „respektvolle Aufnahme und echte Integrationschancen“ für Migranten zu fordern. „Die Lage von Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten verlangt eine Antwort, die auf die Menschen schaut, die Ursachen ihrer Flucht angeht und über ein bloßes Management von Strömen hinausgeht. Daraus erwächst eine doppelte Forderung nach sozialer Gerechtigkeit: sichere und legale Wege zu eröffnen, eine respektvolle Aufnahme und reale Integrationsperspektiven zu bieten, und zugleich das Recht zu stärken, in der eigenen Heimat zu bleiben – damit niemand sein Zuhause aus Mangel an Frieden, Sicherheit oder würdigen Lebensbedingungen verlassen muss, etwa wegen wirtschaftlicher Ungleichheiten oder der Folgen der Klimakrise“, erklärte er.
Leon XIV. sprach zudem die erhitzte politische Debatte an. „Politische Pluralität sollte nicht in eine permanente Herabwürdigung des Gegners entarten“, sagte er.
Zu den wichtigsten Momenten des Tages zählt auch ein privates Treffen, das Leon XIV. mit Opfern von Missbrauch innerhalb der Kirche abhält. Diese Begegnung fern der Kameras soll ihre Berichte aus erster Hand hörbar machen und den Einsatz des Papstes für Wahrheit, Gerechtigkeit und Prävention bekräftigen – ein Thema, das er zu einer Priorität seines Pontifikats gemacht hat.
Der Pontifex war am vergangenen Samstag in Madrid eingetroffen. Vertreter des spanischen Staates empfingen ihn, anschließend nahm er an einer großen Jugendvigil auf der Plaza de Lima teil. In seinen ersten Ansprachen warb er für Frieden, Dialog und Multilateralismus und warnte vor den Risiken politischer Polarisierung.
Am Sonntag feierte Leon XIV. auf der Plaza de Cibeles die Fronleichnamsmesse vor Hunderttausenden Gläubigen und führte anschließend die traditionelle Prozession durch das Zentrum Madrids an. In der Feier rief er dazu auf, Gleichgültigkeit zu überwinden, und warb für sozialen Dialog – eine seiner meistbeachteten Ansprachen der Reise. Am Nachmittag traf er sich außerdem mit dem Augustinerorden und nahm an der Veranstaltung „Tejer redes“ in der Movistar Arena teil, wo er Vertreter aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport traf.
Papst reist am Dienstag nach Barcelona
Nach seinem Aufenthalt in Madrid reist Leon XIV. am Dienstag weiter nach Barcelona. Dort beginnt die zweite Etappe seines Spanienbesuchs mit stark pastoralem Schwerpunkt. Der Pontifex landet gegen Mittag am Flughafen El Prat, sein erster Programmpunkt ist das Mittagsgebet in der Kathedrale Santa Cruz y Santa Eulalia, einem der bekanntesten Gotteshäuser der katalanischen Hauptstadt.
Der Tag endet mit einer großen Gebetsvigil im Olympiastadion Lluís Companys, zu der Tausende Gläubige erwartet werden. Am Mittwoch absolviert Leon XIV. ein Programm mit stark sozialem und spirituellem Schwerpunkt. Er besucht die Justizvollzugsanstalt Brians 1, betet den Rosenkranz in der Abtei Montserrat und isst mit der benediktinischen Gemeinschaft zu Mittag.
Am Nachmittag trifft er sich in der Kirche Sant Agustí mit Organisationen, die sich der Hilfe und der Caritas widmen, bevor er die feierliche Messe in der Basilika Sagrada Família leitet. Anschließend weiht und segnet er den Turm Jesu Christi – im Rahmen der Veranstaltungen zum hundertsten Todestag von Antoni Gaudí. Es gilt als einer der symbolträchtigsten und meist erwarteten Momente seines gesamten Spanienbesuchs.
Kanaren: sozial geprägte Etappe der Reise
Die Kanarischen Inseln bilden die letzte Station von Leons XIV. Reise durch Spanien und eine der symbolträchtigsten Etappen seines apostolischen Besuchs. Der Pontifex trifft am Donnerstag, dem 11. Juni, auf Gran Canaria ein. Im Mittelpunkt steht die Migrationsrealität, die zu den größten Anliegen seines Pontifikats gehört.
Sein erster Termin ist ein Besuch am Hafen von Arguineguín, einem der wichtigsten Ankunftsorte für Menschen, die über den Atlantik in den Archipel gelangen. Dort trifft er Organisationen und Freiwillige, die ankommende Migrantinnen und Migranten betreuen. Anschließend nimmt er an mehreren pastoralen Begegnungen teil, bevor er im Stadion von Gran Canaria eine große Messe feiert.
Am folgenden Tag reist Leon XIV. nach Teneriffa und besucht das Aufnahmezentrum für Migrantinnen und Migranten Las Raíces in La Laguna. Dort lässt er sich aus erster Hand die Lage der Menschen schildern, die in der Einrichtung betreut werden, und informiert sich über die Arbeit der Fachkräfte und sozialen Organisationen. Die Reise endet mit einer großen religiösen Feier in Santa Cruz de Tenerife und einer Abschiedszeremonie, bevor er nach Rom zurückkehrt.