Die Exporte in die USA sind in den ersten drei Monaten 2026 um fast ein Drittel eingebrochen. Die EU bereitet sich auf die Umsetzung ihres Teils des Handelsabkommens mit Washington vor.
Die Folgen von Trumps Zöllen auf den EU‑Markt sind bereits deutlich spürbar. Nur mit dem Iran ist der Außenhandel der EU noch stärker eingebrochen, die USA liegen auf dem zweiten Platz beim Rückgang des Außenhandels.
Eurostat zufolge hat die EU in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 im Warenhandel mit den USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 30 Prozent an Wert eingebüßt.
Im August 2025 drängten die USA die EU in ein Handelsabkommen und setzten auf mehrere Produkte einen Zollsatz von 15 Prozent fest. Die Regierung Trump begründete dies mit einem Defizit im Warenhandel mit der EU von mehr als 300 Milliarden Euro.
Das Defizit der USA im Warenhandel mit der EU ist tatsächlich beträchtlich, liegt allerdings unter dem angegebenen Wert bei rund 200 Milliarden Euro.
Die USA gleichen jedoch einen großen Teil davon durch ihre Dienstleistungsexporte in die EU aus. Unterm Strich bleibt für die EU nur noch ein gesamter Handelsüberschuss von 21 Milliarden Euro.
Wo der Handel sonst noch zurückgeht
Die Zölle treffen zentrale europäische Branchen wie die Auto‑ und Pharmaindustrie, Halbleiterhersteller sowie Wein‑ und Käseproduzenten.
Die EU bereitet sich zwar darauf vor, ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen umzusetzen. Dennoch bleiben die USA ihr wichtigster Exportmarkt mit Waren im Wert von etwa 120 Milliarden Euro. Das entspricht rund 19 Prozent der gesamten Warenausfuhren der EU.
Der Rückgang im Handel mit Washington trug jedoch dazu bei, dass der Wert der gesamten EU‑Ausfuhren in den Rest der Welt im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um neun Prozent sank.
Auch die Ausfuhren nach China und in die Türkei gingen zurück, wenn auch weniger stark, jeweils um acht Prozent. Am stärksten brach der Handel mit Iran ein, um 44 Prozent. Hauptgrund sind Sanktionen aufgrund des Atomprogramms, der Unterstützung Russlands und wegen Menschenrechtsverletzungen.
Freihandelsabkommen sorgt für Aufschwung im Export
Es gibt aber auch positive Signale: Die Ausfuhren nach Indonesien schnellten im ersten Quartal 2026 um 23 Prozent nach oben.
Grund dafür ist der Abschluss des neuen sogenannten CEPA-Handelsabkommens, des Comprehensive Economic Partnership Agreements. Es soll für die meisten EU‑Ausfuhren Zölle senken oder ganz abschaffen und die Zollverfahren vereinfachen.
Das Abkommen könnte noch in diesem Jahr oder 2027 in Kraft treten.
Auch die Ausfuhren nach Indien und in das Vereinigte Königreich legten zu, wenn auch nur leicht, um 1,8 beziehungsweise 2,3 Prozent. Nach den USA ist das Vereinigte Königreich mit einem Anteil von 14 Prozent der zweitwichtigste Exportmarkt der EU, gefolgt von der Schweiz mit 9 Prozent, China mit 7 Prozent und der Türkei mit 4 Prozent.
Neue Zölle in Sicht?
Der Handelskonflikt zwischen Europa und Washington dürfte damit allerdings noch nicht beendet sein.
Im vergangenen Monat drohte Donald Trump mit weiteren Zöllen von zehn Prozent und mehr auf Importe aus der EU und anderen Handelspartnern.
Der US‑Präsident warf der EU vor, nicht ausreichend gegen den Handel mit Waren aus Zwangsarbeit vorzugehen und damit amerikanische Wirtschaftsinteressen zu schädigen. Die EU wies den Vorwurf als "unbegründet" zurück.
Trump beklagte außerdem, Brüssel habe seine Zusagen aus dem im Juli 2025 geschlossenen Handelsabkommen noch nicht umgesetzt.
Er setzte der EU eine Frist bis zum 4. Juli, um ihre Seite des Abkommens zu billigen. Der Block bereitet sich nun auf die Zustimmung vor, eine Abstimmung ist für den 16. Juni geplant.
Nach dem Abkommen soll die EU Zölle auf US‑Industriegüter abschaffen und mehreren Fischerei‑ und Agrarprodukten einen bevorzugten Marktzugang gewähren. Dazu zählen laut Weißem Haus "Schalenfrüchte, Milchprodukte, frisches und verarbeitetes Obst und Gemüse, verarbeitete Lebensmittel, Saatgut, Sojaöl sowie Schweine- und Bisonfleisch".