In Jastrzębie-Zdrój im Süden Polens haben Anwohner gestaunt: Aus einer privaten Zucht entkommene Kängurus hüpften durch die Stadt, die Polizei versuchte sie einzufangen und im Netz kursierten viele Videos.
Die Einwohner von Jastrzębie-Zdrój rechneten wohl kaum damit in ihrer Stadt hüpffreudigen Beuteltieren zu begegnen. Eine Gruppe Kängurus war aus einer privaten Haltung ausgebrochen und ließ sich mehrere Stunden lang nicht einfangen, trotz der zahlreichen Versuche der Einsatzkräfte und des Besitzers.
Autofahrer meldeten ein rätselhaftes Tier, das mitten auf der Fahrbahn saß. Andere berichteten von hüpfenden Silhouetten in der Nähe von Wohnsiedlungen und Grünflächen. Zunächst hielten viele die Meldungen für einen Internetwitz, eine Falschmeldung oder das Ergebnis einer Bildbearbeitung. Doch immer neue Aufnahmen der Einwohner nahmen den Zweiflern den Wind aus den Segeln – durch die Straßen von Jastrzębie-Zdrój sprangen tatsächlich Kängurus.
Besonders viel Aufmerksamkeit zog ein weißes Tier auf sich. Videos von ihm verbreiteten sich rasant in den sozialen Netzwerken. Einwohner fotografierten es aus Auto- und Wohnungsfenstern, und die Clips mit dem hüpfenden Beuteltier erzielten Tausende Aufrufe.
Recherchen der Medien ergaben, dass die Tiere aus einer privaten Zuchtanlage im Stadtgebiet entkommen waren. An der Suche beteiligten sich die Besitzer, Polizisten, Mitarbeiter der Stadtwache und Feuerwehrleute.
Die Aufgabe erwies sich als schwierig. Kängurus können hohe Geschwindigkeiten erreichen, sind scheu und legen unter Stress große Distanzen zurück. Jede neue Meldung aus der Bevölkerung zwang die Suchtrupps, rasch in andere Stadtteile zu wechseln.
Das Tierheim für Obdachlose Tiere in Jastrzębie-Zdrój appellierte an die Menschen, die Kängurus nicht selbst einfangen zu wollen. Stattdessen sollten sie die Stadtwache verständigen und Standortangaben zu den Ausreißern weitergeben. Diese Hinweise erwiesen sich als entscheidend für den Erfolg der Aktion.
Die Situation sorgte im Netz für viele Lacher und Späße, hatte jedoch auch eine ernste Seite. Die Tiere bewegten sich in der Nähe stark befahrener Straßen und gefährdeten damit sich selbst wie auch Autofahrer. Fachleute erinnern daran, dass ein verängstigtes Känguru unberechenbar reagieren kann. Ein ausreichender Sicherheitsabstand galt daher als beste Lösung.
Nach vielen Stunden Suche gelang es Einsatzkräften und Besitzern, alle Tiere wieder einzufangen. Das letzte Känguru wurde in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages gefunden. Damit endete eine der außergewöhnlichsten Suchaktionen, die Schlesien in den vergangenen Jahren erlebt hat.
Die Geschichte schaffte es im Eiltempo in die landesweiten Medien. Fernsehsender, Nachrichtenportale und Social-Media-Dienste zeigten Fotos und Videos aus Jastrzębie-Zdrój. Binnen weniger Tage wurde die Stadt in ganz Polen bekannt – als der Ort, an dem die Grenze zwischen Schlesien und Australien für einen Moment fast verschwunden schien.
Ob die Einwohner noch einmal Kängurus durch ihre Straßen hüpfen sehen werden, ist ungewiss. Sicher ist jedoch: Der Juni 2026 geht in die Stadtgeschichte ein als der Moment, in dem die ungewöhnlichsten Gäste von Jastrzębie-Zdrój nicht Touristen oder Prominente waren, sondern eine Gruppe sprungfreudiger Beuteltiere vom anderen Ende der Welt.