Norwegen plant mit dem Stad Ship Tunnel den größten Schiffstunnel der Welt. Die 1,7 Kilometer lange Passage soll ab 2030 gefährliche Küstengewässer umgehen, die Schifffahrt sicherer machen und Zeit sowie Treibstoff sparen.
Norwegen treibt Pläne für den Bau des "Stad Ship Tunnel" voran, dem größten Schiffstunnel der Welt. Der Tunnel soll die Schifffahrt entlang der norwegischen Westküste sicherer machen und eine Alternative zu einem der rauesten Seeabschnitte des Landes bieten.
Der geplante Tunnel wird durch die Halbinsel Stadlandet in Westnorwegen führen. Die Region ist für starke Winde, hohe Wellen und schwierige Navigationsbedingungen bekannt. Künftig sollen Schiffe die gefährlichen Gewässer vor der Küste umgehen können, indem sie eine geschützte Passage durch das Gebirge nutzen.
Nach Angaben der norwegischen Küstenverwaltung Kystverket wird der Tunnel rund 1,7 Kilometer lang, 36 Meter breit und 37 Meter hoch sein. Er soll für Schiffe mit einer Breite von bis zu 24 Metern ausgelegt werden. Auch Kreuzfahrtschiffe, Frachter sowie Rettungs- und Versorgungsschiffe können die Verbindung nutzen.
"Der Bau des Stad-Schiffstunnels wird ein wichtiges Hindernis für den Schiffsverkehr in einem der wetterexponiertesten und anspruchsvollsten Gewässer entlang der norwegischen Küste beseitigen. Wir bestätigen nun den Bau des Projekts", erklärte der norwegische Verkehrsminister Knut Arild Hareide laut der norwegischen Küstenverwaltung Kystverket.
Baubeginn ab 2026 vorgesehen
Der Baustart ist noch für dieses Jahr geplant. Bis 2030 könnte der Tunnel fertig sein. Die Bauarbeiten gelten als technisch anspruchsvoll. Der Tunnel soll vollständig durch das Gebirgsmassiv der Stadlandet-Halbinsel geführt werden. Neben umfangreichen Spreng- und Aushubarbeiten sind moderne Sicherheits- und Verkehrssteuerungssysteme vorgesehen.
Die Kosten des Projekts werden auf rund 8,6 Milliarden norwegische Kronen geschätzt, was etwa 790 Millionen Euro entspricht.
Die norwegischen Behörden erwarten, dass der Tunnel die Sicherheit entlang der Küste deutlich erhöht. Gleichzeitig könnten Schiffe Zeit und Treibstoff sparen, da sie nicht mehr die wetteranfällige Route um Stadlandet befahren müssten.
Darüber hinaus wird mit wirtschaftlichen Vorteilen für den Güterverkehr sowie mit positiven Effekten für den Tourismus gerechnet. Die bessere Erreichbarkeit der Fjordregionen könnte insbesondere Kreuzfahrten und andere maritime Angebote stärken.
Der Stad Ship Tunnel wäre weltweit der erste Tunnel dieser Größenordnung, der speziell für den regulären Schiffsverkehr gebaut wird. Fachleute sehen das Vorhaben daher als Vorreiter für ähnliche Projekte in Regionen mit schwierigen nautischen Bedingungen.
Auch Umweltaspekte spielen bei den Planungen eine Rolle. Durch kürzere Fahrstrecken könnten Schiffe ihren Kraftstoffverbrauch reduzieren und damit ihre CO₂-Emissionen senken.