Bei nächtlichen russischen Angriffen auf das Gebiet Sumy sind zwei Menschen getötet und vier verletzt worden. Ukrainische Raketen trafen zugleich strategische Industrieanlagen in Russland 700 Kilometer von der Grenze entfernt.
Nach Angaben der Polizei haben russische Angriffe im ukrainischen Gebiet Sumy zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt.
„Eine 64-jährige Frau sei infolge von Drohnenangriffen des Feindes in der Gemeinde Bilopol ums Leben gekommen, die Angriffe hätten außerdem zwei Männer im Alter von 51 und 66 Jahren verletzt“, teilte die Nationale Polizei der Ukraine mit.
Auch die Gemeinde Seredino-Budsk wurde beschossen, dort kam eine 57-jährige Frau ums Leben.
„Der Gegner habe gelenkte Fliegerbomben, Kampf-UAVs, FPV-Drohnen, Artillerie und Mörser eingesetzt“, so die Polizei.
Die Opferzahlen gehen demnach auf Beschuss in 17 Gemeinden des Gebiets Sumy zurück.
Industrieanlagen bis zu 700 Kilometer im Landesinneren getroffen
In der Nacht zum 14. Juni haben ukrainische Angriffe ein Chemiewerk, ein Öllager und weitere Ziele in Russland getroffen.
Das Chemiewerk Azot in Novomoskovsk im Gebiet Tula geriet nach Angaben des unabhängigen Telegram-Beobachtungskanals Exilenova Plus in Brand.
Die Anlage liegt rund 200 Kilometer südlich von Moskau und ist laut Firmenangaben Russlands größter Hersteller von Ammoniak und Stickstoffdünger.
Demnach wurde auch ein Öllager in Rybinsk im Gebiet Jaroslawl getroffen und in Brand gesetzt.
Die russischen Behörden bestätigten, dass Novomoskovsk in der Nacht angegriffen wurde, äußerten sich jedoch nicht zu den Berichten über Treffer auf dem Azot-Werk.
„Bei der Abwehr des Luftangriffs seien Trümmer abgeschossener ukrainischer Drohnen auf das Gelände eines der Industriebetriebe in Novomoskovsk gefallen“, erklärte der Gouverneur des Gebiets Tula, Dmitri Milajew.
Novomoskovsk liegt 395 Kilometer von der Ukraine entfernt, Rybinsk etwa 700 Kilometer von der Grenze.
In der russischen Stadt Orjol wurde unterdessen ein Wohnhaus getroffen, zudem geriet eine Anlage der Bahninfrastruktur in Brand, berichtete der unabhängige Telegram-Nachrichtenkanal Astra.
Die Ukraine greift nach Angaben des Generalstabs regelmäßig Ziele auf russischem Gebiet an. So wurde am 11. Juni unter anderem die Afipski-Raffinerie in der Region Krasnodar beschossen.
Bereits am 10. Juni sei zudem eine Rüstungsfabrik in Tscheboksary in der russischen Teilrepublik Tschuwaschien getroffen worden, die Komponenten für Drohnen und Raketen herstellt, sagte Wolodymyr Selenskyj.