EU-Wirtschaft im Fokus: EU-Abgeordnete Walborn und Gálvez debattieren KI, seltene Rohstoffe, Trumps Zölle und Chinas Billigexporte.
Die Europäische Union sieht sich gern als wirtschaftliche Supermacht: ein Markt mit 450 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern, Sitz einiger der größten Konzerne der Welt und größter Handelsblock des Planeten.
Doch in einer globalen Wirtschaft mit immer härterem Wettbewerb steht Europa vor der unbequemen Frage, ob es noch mit Rivalen wie den USA und China Schritt hält.
Das Wachstum in der EU bleibt schwach. Ganze Branchen stehen unter Druck, Unternehmen klagen über hohe Energiekosten, zu viele Vorschriften und zu wenig Investitionen.
Gleichzeitig pumpt Washington Milliarden in strategische Industrien. Peking setzt weiter massiv staatliche Wirtschaftsmacht ein, um Schlüsselbranchen der Zukunft zu dominieren.
Kann die EU ihre Wirtschaft also für eine neue Ära des globalen Wettbewerbs neu aufstellen? Hilft mehr Integration – oder braucht Europa weniger Regeln und mehr Risikobereitschaft? Und kann der Staatenverbund wirtschaftlich stark bleiben und zugleich Klima, Sozialstaat und strategische Autonomie in Balance halten?
Um diese Fragen geht es in dieser Ausgabe von The Ring aus dem Europäischen Parlament in Straßburg. Zu Gast sind die spanische Sozialistin Lina Gálvez und der schwedische EVP-Abgeordnete Jörgen Walborn.
Die Herausforderung für Europa ist nicht nur wirtschaftlicher Natur, sie ist fast existenziell. Bei künstlicher Intelligenz, sauberer Technologie, Rüstungsproduktion und kritischen Rohstoffen liegt Europa zurück.
In Brüssel wächst die Sorge, dass Europa ohne tiefgreifende Reformen zwischen Trumps Amerika und einem selbstbewussten China zerrieben wird.
„Wenn Europa mit den USA oder China konkurrieren will, müssen wir die Integration der Union vorantreiben. Die Antwort ist nicht Deregulierung, sondern mehr Integration“, sagte Lina Gálvez.
„Wir müssen den Binnenmarkt vollenden, endlich eine echte Kapitalmarktunion schaffen und gemeinsam in Technologien investieren, die unsere aktuellen Probleme lösen. So kann Europa bestehen, ohne sein Sozialmodell oder die Klimaziele zu opfern.“
Ihr Gegenüber Jörgen Warborn widerspricht und plädiert für mehr Deregulierung, also dafür, wie er es nennt, „den Bürokratieaufwand für Unternehmen zu kappen“.
„Europa bleibt nur dann ein globales Schwergewicht, wenn wir unsere Wirtschaft neu erfinden: indem wir den Regelungsdruck abbauen, der unsere Firmen bremst, günstige und verlässliche Energie sichern, auch aus Kernkraft, neue Märkte durch mehr Freihandel öffnen und Wettbewerbsfähigkeit zum Kern jeder Entscheidung machen“, sagte er.
The Ring moderiert Stefan Grobe. Die Produktion verantworten Luis Albertos Altarejos und Amaia Echevarria, die Redaktion liegt bei Vassilis Glynos.
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