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Eklat: Meloni wehrt sich gegen Trumps Bemerkungen

Donald Trump und Giorgia Meloni am Rande des G7-Gipfels in Évian, 17.06.2026
Donald Trump und Giorgia Meloni am Rande des G7-Gipfels in Évian, 17.06.2026 Copyright  Palazzo Chigi
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Von Fortunato Pinto
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die herabwürdigenden Behauptungen des US-Präsidenten seien komplett erfunden, hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni klargestellt. Ihr Außenminister sagte eine für nächste Woche geplante Reise in die USA ab.

Einst eitel Freude, Sonnenschein, nun ein handfester Eklat: Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hat nach Donald Trumps Bemerkungen zurückgeschossen und von Außenminister Antonio Tajani Rückendeckung bekommen.

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Trump hatte am Rande der G7-Beratungen im französischen Évian-les-Bains gegenüber dem italienischen Sender La7 TV behauptet, Meloni habe ihn um ein Gespräch und ein gemeinsames Foto "angefleht":

"Sie hat mich angefleht, ein Foto mit ihr zu machen. Sie wollte dieses Foto mit mir so sehr. Ich hätte es auch lassen können, aber sie tat mir leid."

Anschließend nahm er wieder Europa ins Visier und dessen kritisierte dessen Umgang mit Migration und Energieversorgung.

Meloni: "Ich und Italien flehen niemals"

Meloni reagierte umgehend auf Trumps herabwürdigende Bemerkung: "Bestimmte Dinge verdienen eine sofortige Antwort." Auf Social Media ließ sie wissen:

"Die Äußerungen von Donald Trump sind reine Erfindungen. Ich bin ehrlich gesagt fassungslos – ich weiß nicht, warum der Präsident der Vereinigten Staaten sich gegenüber seinen Verbündeten so verhält. Es ist ja nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Ich kann nur sagen, dass es bedauerlich ist, dass er gegenüber den Feinden des Westens und den Feinden der Vereinigten Staaten nicht dieselbe Entschlossenheit an den Tag legt, während er sich gegenüber deren Führung hingegen viel nachgiebiger zeigt."

"Aber eines muss er sich merken: Ich und Italien flehen niemals."

Am Rande des G7-Gipfels hatte Meloni vor der Presse noch versucht, Berichte über Spannungen mit dem US-Präsidenten zu herunterzuspielen. Auf der Website des italienischen Regierungssitzes wurden zudem zwei Fotos veröffentlicht, die das Treffen zwischen Meloni und Trump am Ende der Sitzung zur Künstlichen Intelligenz zeigen. In einem von Medien verbreiteten Video ist zu sehen, wie sich beide die Hand reichen.

Donald Trump und Giorgia Meloni
Donald Trump und Giorgia Meloni Palazzo Chigi

"Donald Trump und ich sind zwei Menschen mit einem ziemlich starken Charakter. Wir verteidigen mit Entschlossenheit unser nationales Interesse", so Melonis erste, beschwichtigende Reaktion. "Wir müssen nichts ausdiskutieren, wenn wir einmal nicht einer Meinung sind. Am Ende versteht jeder, wie der andere die Dinge sieht. Deshalb haben wir direkt weitergemacht und wieder darüber gesprochen, was zu tun ist – mit derselben Selbstverständlichkeit wie bei unserem letzten Treffen vor diesem Anlass."

Tajani: "Schwerwiegend und beleidigend" – US-Reise gecancelt

Trump verprellte nicht nur die Regierungschefin. Außenminister Antonio Tajani äußerte sich als Erster und bezeichnete Trumps Äußerungen als "schwerwiegend und beleidigend". Der Minister sagte prompt seinen für den 21. und 22. Juni geplanten Besuch in Miami ab.

Giovanbattista Fazzolari, Staatssekretär im Ministerpräsidentenamt, legte nach: "Trumps Wahnvorstellungen über Giorgia Meloni sind nur die jüngste Episode einer Reihe von Angriffen und Beleidigungen gegen europäische Staats- und Regierungschefs. Es ist unklar, ob er – aus eigenem Willen oder aus Unfähigkeit – die historischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa ruiniert. Mit seinen unangebrachten Äußerungen ist es ihm gelungen, die USA auf dem gesamten europäischen Kontinent unbeliebt zu machen, was nicht nur Europa, sondern vor allem den Vereinigten Staaten schadet."

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Giorgia Meloni jemanden um ein Foto bitten würde, nicht einmal unter Drohungen", schrieb Verteidigungsminister Guido Crosetto auf X. "Und ich kann mir vorstellen, wie schwer es ihr fallen wird, diesen erneuten Stilbruch des US-Präsidenten nicht so zu kommentieren, wie er es verdient hätte. Auch wenn ‚Stilbruch‘ eine implizite und unverdiente Anerkennung ist, schmerzt es in diesem Fall doch, dass derartige Äußerungen niemandem gut tun: weder den USA, noch Italien, noch dem Bündnis."

Auch von Seiten der Opposition fehlte es nicht an Kritik an Trump, aber auch an Meloni. "Italien hat es nicht verdient, auf so eklatante Weise gedemütigt zu werden. Es ist zudem völlig inakzeptabel, dass sich einer unserer Verbündeten erlaubt, auf diese Weise über unsere höchsten institutionellen Vertreter zu sprechen. Ich hoffe nur, dass dies Anlass zu einer Reflexion gibt, um aus den Geschehnissen Lehren zu ziehen", postete der Vorsitzende der Fünf-Sterne-Bewegung Giuseppe Conte in einem Social-Media-Beitrag.

Und Nicola Fratoianni, der Chef der italienischen Linkspartei, lamentierte: "Ich weiß nicht, ob ich mir mehr Sorgen um einen mittlerweile völlig außer Kontrolle geratenen Trump machen soll – das Problem ist, dass er Präsident der Vereinigten Staaten ist – oder um Melonis auf internationaler Ebene gleich null liegende Glaubwürdigkeit – das Problem ist, dass sie Ministerpräsidentin unseres Landes ist. Ehrlich gesagt hätte man fast Lust, Giorgia Meloni Solidarität zu bekunden. Wäre da nicht die Tatsache, dass all dies das Ergebnis ihrer Entscheidungen und ihrer Unterordnung unter Trump ist, wie die Waffen- und Gasankäufe aus den USA bestätigen, die die Haushalte der Familien in unserem Land enorm belasten werden. Eine groteske Situation, die die Italiener wirklich nicht verdienen."

Der Eklat ist eine weitere Belastung für das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Washington und Rom. Dieses hatte bereits in den vergangenen Monaten gelitten – unter anderem wegen Trumps Angriffen gegen Papst Leo XIV. und wegen Italiens Ablehnung von Einsätzen gegen den Iran.

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