Der Architektur- und Ingenieurprofessor Luigi Cavallari wird seit Samstag vermisst, nachdem er von einem Boot in den Lago di Vico sprang. Seine Frau, die italienische Familienministerin Eugenia Roccella war an Bord und schlug Alarm.
Der Ehemann der Ministerin für Chancengleichheit und Familie, Eugenia Roccella, Luigi Cavallari, gilt seit Samstagnachmittag als vermisst. Der 84-jährige Hochschullehrer für Architektur und Bauingenieurwesen war mit seiner Frau auf einem kleinen Boot auf dem Lago di Vico in der Provinz Viterbo. Nachdem er ins Wasser gesprungen war, tauchte er nicht mehr auf. Die Ministerin selbst schlug Alarm.
Die Suche nach Cavallari lief die ganze Nacht über, auch mit einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug. Vor Ort waren luftverlegte Taucher-Einheiten der Feuerwehr Rom im Einsatz, die den See absuchten. Am Samstagabend trafen weitere Taucherteams aus Neapel und Florenz ein, um Spezialausrüstung einzusetzen, die sich besonders für die Suche in Gewässern mit geringer Sicht eignet.
Die vulkanischen Seen im Latium gehören zu den tückischsten Gewässern Italiens. Der Boden ist von dichter Unterwasservegetation bedeckt und schon in einer Tiefe von 15 Metern sinkt die Wassertemperatur abrupt um bis zu acht Grad. Im See gibt es zudem starke Strömungen.
"Die Suche wird die ganze Nacht ohne Unterbrechung weitergehen. Nach einer ersten Phase mit Sichtsuche, die keine Ergebnisse gebracht hat, kommen nun die geeignetsten technischen Systeme zum Einsatz, die die Feuerwehr nach den Besonderheiten des Sees auswählt", erklärte der stellvertretende Präfekt Nino Andrea Caputo am Samstagabend. Die Suche blieb bislang erfolglos
Fall Cavallari: Politik reagiert auf Verschwinden
Die italienische Politik reagiert prompt auf das Verschwinden des Ehemanns von Roccella. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni veröffentlichte in den sozialen Netzwerken eine Botschaft der Anteilnahme für die Familie der Ministerin. "In diesen schmerzhaften Stunden gilt meine Anteilnahme und die aller Regierungsmitglieder Eugenia Roccella und ihrer Familie", schrieb Meloni.
"In diesen Stunden tiefer Angst bin ich der Ministerin Eugenia Roccella und ihren Angehörigen mit großer Zuneigung verbunden und denke mit aufrichtiger menschlicher Nähe an sie", erklärte der Präsident des Senats Ignazio La Russa.
Anteilnahme italienischer Politiker
"Ich verfolge mit großer Sorge die Nachrichten vom Lago di Vico. Ich möchte der Ministerin Eugenia Roccella und ihrer Familie in diesen Stunden der Angst meine aufrichtigste Nähe ausdrücken, in der Hoffnung, dass die Suche ein positives Ergebnis hat. Mein Dank gilt auch allen Rettungskräften, die unermüdlich an den Suchaktionen beteiligt sind", teilte Verteidigungsminister Guido Crosetto in einer Erklärung mit.
"In diesen Stunden tiefer Angst und großen Schmerzes fühle ich mich der Ministerin Eugenia Roccella und ihrer Familie besonders nah und verbunden", schrieb die Vizepräsidentin des EU-Parlaments Pina Picierno auf X.
"In diesen Stunden der Angst bekunden wir der Ministerin Roccella und ihren Angehörigen unsere Nähe und schicken ihnen eine herzliche Umarmung", erklärte später der +Europa-Vorsitzende (Più Europa) Riccardo Magi.