Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Malta und der Massentourismus: Wird die Insel zum nächsten Sorgenfall Europas?

Gesamtausgaben im Tourismus in Malta steigen 2025 auf drei Komma neun Milliarden Euro
Tourismuseinnahmen in Malta steigen 2025 auf 3,9 Milliarden Euro Copyright  Photo by Sarolta Balog-Major on Unsplash
Copyright Photo by Sarolta Balog-Major on Unsplash
Von Fakhriya M. Suleiman
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Menschen auf Malta sind gespalten, ob die Zahl der Besucherinnen und Besucher genau richtig oder bereits zu hoch ist.

Bis zum Höhepunkt der sommerlichen Reisesaison sind es nur noch wenige Wochen. Gleichzeitig wächst in Europas beliebtesten Ferienzielen erneut die Sorge vor Übertourismus, während viele Menschen bereits ihre Koffer packen.

WERBUNG
WERBUNG

Länder wie Portugal und Spanien stehen seit Jahren im Fokus der Debatte über Übertourismus. Auslöser waren viel beachtete Proteste. Die Regierungen reagierten mit neuen Regeln für Kurzzeitvermietungen und Obergrenzen für Kreuzfahrtpassagiere, um stark frequentierte Regionen zu entlasten.

Droht Malta nun ein ähnliches Schicksal? Laut der Zeitung The Times of Malta (Quelle auf Englisch) ist die Meinung dazu gespalten.

Zwischen 2020 und 2025 stieg die Zahl der ankommenden Gäste jedes Jahr weiter an. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Malta von 2024 auf 2025: plus 13,2 Prozent, eingeschlossen Übernachtungsgäste von Kreuzfahrten.

Von Januar bis Dezember 2025 zählte die Malta Tourism Authority mehr als vier Millionen ankommende Touristinnen und Touristen. Die wichtigsten Herkunftsmärkte waren das Vereinigte Königreich, Italien und Portugal. Mehr als drei Millionen Menschen besuchten die Insel zum ersten Mal. 93,1 Prozent kamen ausdrücklich zum Urlaubmachen.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei rund sechs Komma drei Nächten. Daraus ergab sich eine touristische Wertschöpfung von 3,9 Milliarden Euro im Jahr.

In einer im Auftrag der Times of Malta durchgeführten Umfrage des maltesischen Marktforschungsunternehmens Esprimi bewerteten 51 Prozent der Befragten diese Zahlen als „gerade richtig“. 45 Prozent finden die Ankunftszahlen dagegen „übertrieben“.

Auf der Insel verteilt sich diese Stimmung jedoch unterschiedlich. Malta belegte 2024 Platz sechs unter den dreißig Ländern mit den meisten Touristinnen und Touristen pro Quadratkilometer.

Besonders groß sind die Sorgen in Regionen nahe großer Hotspots wie St Paul’s Bay, Mellieħa und Gozo. Dort meinen bis zu 59 Prozent der Befragten, dass die Zahl der Ankünfte zu hoch ist. In Orten wie Marsascala, Marsaxlokk und Birżebbuġa ist die Skepsis deutlich geringer: Hier sorgen sich nur 27 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner über zu viele Gäste.

Euronews Travel hat die Malta Tourism Authority um eine Stellungnahme gebeten.

Maltas meistbesuchte Inseln

Mehr als zwei Komma drei Millionen Touristinnen und Touristen besuchten 2025 Gozo und Comino. Das entspricht 57 Prozent aller Malta-Besucherinnen und -Besucher in diesem Jahr, wie das National Statistics Office (Quelle auf Englisch) mitteilt.

Gozo gilt als ruhige Alternative zum maltesischen Hauptinsel. Die Insel liegt nur eine 45-minütige Fährfahrt von der Hauptstadt Valletta entfernt und zieht Reisende an, die Entschleunigung, aussichtsreiche Wanderwege und ein Stück maltesische Vergangenheit suchen.

Ein Grund für die Beliebtheit ist die ausgeprägte Kulinarik. Fünf Lokale, die frischen Fisch, moderne Küche sowie italienische und mediterrane Spezialitäten anbieten, sind im Guide Michelin (Quelle auf Englisch) verzeichnet.

Comino wiederum bietet Aktivitäten an Land und im Meer. Auf der kleinen Insel gibt es zwölf ausgewiesene Tauchplätze, mehrere Badebuchten und historische Sehenswürdigkeiten, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Dazu gehört ein Turm aus dem 17. Jahrhundert, den Ritter des Johanniterordens errichteten, um Pilgerinnen und Pilgern auf dem Weg nach Jerusalem Schutz und Versorgung zu bieten.

Berühmt ist Comino auch für die Blue Lagoon, eine seichte Bucht mit leuchtend blauem Wasser und hellem Sand. Der Zugang zu diesem maltesischen Kleinod ist nur mit vorheriger Buchung über das System „Book, Protect, Enjoy“ möglich. Es wurde von der Malta Tourism Authority gemeinsam mit dem Tourismusministerium eingeführt, um Menschenmassen zu begrenzen und die sensible Lagune samt Ökosystem zu schützen.

Viele Gäste kombinieren Gozo und Comino bei einem Inselhopping. Von Valletta aus benötigen sie per Fähre oder Bus nur eine 15- bis 20-minütige Fahrt nach Sliema. Dort bieten mehrere Anbieter Direktboote nach Comino an. Je nach Anbieter kostet die Überfahrt von Valletta auf die Insel zwischen 30 und 90 Euro pro Person.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Blick ins Landesinnere: Portugal stärkt Regionaltourismus mit Projekten über elf Millionen Euro

Malta und der Massentourismus: Wird die Insel zum nächsten Sorgenfall Europas?

Warum dieser Strand in Griechenland fast der schönste der Welt geworden wäre