Zuvor hatte Moskau Anfang der Woche einen massiven Drohnen- und Raketenangriff auf Kyjiw gestartet, dabei mindestens dreißig Menschen getötet und über 20 Ziele in der Stadt getroffen.
Ukrainische Streitkräfte haben am Freitagabend Öl-Infrastruktur in der Nähe der russischen Stadt Sankt Petersburg angegriffen, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte.
Auf X erklärte Selenskyj, die Ukraine habe „Öl-Infrastruktur im Hafen getroffen, die Einnahmen für Russlands Krieg erzeugt“.
Nach seinen Angaben gab es auch erfolgreiche Angriffe auf Kronstadt, ein wichtiges militärisches Ziel. Die Entfernung von der ukrainischen Staatsgrenze beträgt mehr als 850 Kilometer.
Der Gouverneur des Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, hatte zuvor berichtet, die Luftabwehr habe „mehrere Dutzend“ ukrainische Drohnen über der Region abgefangen. Trümmer seien auf den Hafen Wyssozks gefallen.
Russische Streitkräfte haben am Samstagmorgen die Region Poltawa angegriffen. Ziel waren Gasförderanlagen des Naftogaz-Konzerns, wie Unternehmenschef Serhij Korezkyj mitteilte.
An der Anlage sei ein Feuer ausgebrochen, die Förderung sei vorläufig eingestellt worden, schrieb Korezkyj auf Facebook. Das Ausmaß der Schäden lasse sich noch nicht beziffern.
Zu Wochenbeginn hatte die russische Armee Kyjiw bereits mit einer massiven Drohnen- und Raketenoffensive überzogen. Dabei kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, mehr als 20 Ziele in der Hauptstadt wurden getroffen.
Der Bürgermeister von Kyjiw sprach von Moskaus „massivstem Angriff“ auf die Stadt.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland insgesamt 570 Luftangriffswaffen ein, darunter vier Zirkon-Raketen, 24 Iskander ballistische Raketen und 496 Drohnen vom Typ Schahed.
Kyjiw nimmt seit Monaten gezielt Russlands Energiesektor ins Visier und erhöht so den Druck auf Präsident Wladimir Putin und die russische Wirtschaft.
Die Angriffe haben eine Treibstoffkrise im ganzen Land und in russisch besetzten Gebieten ausgelöst. Die Versorgung mit Benzin ist dort stark eingeschränkt.