Der Angriff dauerte bis in den frühen Montagmorgen und kam in Wellen aus ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Explosionen hallten durch die Stadt, Zivilisten flohen in U-Bahn-Stationen.
In der Nacht hat eine Welle russischer Raketen und Drohnen die ukrainische Hauptstadt Kyjiw getroffen. Dabei kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. Der Angriff dauerte am Montagmorgen noch an.
Ein Wohnhaus im Stadtteil Podilskyj ist teilweise eingestürzt, berichtete Tymur Tkatschenko, Leiter der städtischen Militärverwaltung von Kyjiw, auf Telegram. Im Bezirk Darnyzja wurden mehrere mehrstöckige Wohngebäude beschädigt; Einsatzkräfte vermuten, dass Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sind.
"Das sind Wohnhäuser. Orte, an denen Menschen geschlafen und ihren Alltag gelebt haben", so Tkatschenko.
Kyjiws Bürgermeister Witali Klitschko erklärte, die Flugabwehr sei im Einsatz, und rief die Bevölkerung auf, in den Schutzräumen zu bleiben.
Nach Angaben der Behörden kamen in Kyjiw und im nordwestlich der Hauptstadt gelegenen Bezirk Butscha mindestens zehn Menschen ums Leben. Mindestens 34 weitere Menschen hätten in Kyjiw und den umliegenden Gebieten Verletzungen erlitten.
"Es gibt keine Worte, die diesen Schmerz lindern könnten", erklärte Tkatschenko.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits wenige Stunden zuvor vor einem weiteren groß angelegten russischen Angriff auf die Stadt gewarnt.
Es war bereits der zweite Angriff auf die Hauptstadt und ihr Umland innerhalb von weniger als einer Woche. Beide Seiten intensivieren inzwischen ihre Angriffe über große Distanz. Das zeigt, wie weit sich der Krieg mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Großinvasion ausgedehnt hat.
Die Ukraine nahm in den vergangenen Wochen immer häufiger Energieanlagen auf russischem Staatsgebiet ins Visier, um die Kriegsführung des Kreml zu schwächen.
Sie greift außerdem von Moskau kontrollierte Gebiete in der Ukraine an, die bereits vor der Invasion unter russischer Kontrolle standen.
Selenskyj erneuerte seinen Appell an die westlichen Partner, die ukrainische Luftverteidigung weiter zu stärken, insbesondere durch zusätzliche Patriot-Systeme. Wenn diese Bestände nicht aufgefüllt würden, ermutige das Russland nur dazu, seinen inzwischen vierjährigen Krieg fortzusetzen, schrieb er am späten Sonntag auf Telegram.