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NATO-Gipfel: Nur 8 Prozent der Deutschen sehen die USA als Verbündeten

NATO-Gipfel in Ankara: Die Staats- und Regierungschefs der Bündnisstaaten beraten über die Zukunft der transatlantischen Sicherheit
NATO-Gipfel in Ankara: Die Staats- und Regierungschefs der Bündnisstaaten beraten über die Zukunft der transatlantischen Sicherheit Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Veronika Schuerr
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der NATO-Gipfel in Ankara wird von Zweifeln an der Verlässlichkeit der USA überschattet. Nur noch elf Prozent der Europäer sehen Washington als Verbündeten. In Deutschland liegt der Wert bei nur acht Prozent. Das zeigt eine neue Umfrage des European Council on Foreign Relations (ECFR).

Kaum hatte der NATO-Gipfel begonnen, rückten erneut jene Themen in den Mittelpunkt, die das transatlantische Verhältnis seit Monaten belasten: US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Forderungen nach einer Kontrolle Grönlands und stellte eine weitere Verringerung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa in Aussicht.

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Hinzu kommen die Spannungen nach dem US-Militäreinsatz gegen den Iran, bei dem Trump NATO-Partner wiederholt für ihre mangelnde Unterstützung kritisiert.

Die aktuelle ECFR-Umfrage zeigt, wie stark sich die Wahrnehmung der USA in Europa verändert hat. Nur noch elf Prozent der Europäer sehen Washington als Verbündeten, halb so viele wie noch im November 2024. Kurz nach dem Wahlerfolg Trumps lag der Wert noch bei 22 Prozent.

Sicherheitsgarant Europa

Auch die amerikanische Sicherheitsgarantie ist für viele Europäer keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Mehrheit der Befragten aus 15 Ländern geht davon aus, dass die USA ihrem Land im Falle eines Angriffs nicht militärisch beistehen würden.

Gleichzeitig wächst das Vertrauen in die europäischen Nachbarn: Mit Ausnahme Bulgariens sind die Befragten in fast allen Ländern überzeugt, dass zumindest einige europäische Staaten im Ernstfall Hilfe leisten würden. Besonders groß ist dieses Vertrauen in Dänemark. Dort rechnen 88 Prozent der Befragten mit Unterstützung durch andere europäische Länder. In Deutschland fällt der Wert etwas geringer aus: 63 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass europäische Partner im Falle eines Angriffs helfen würden.

Zudem spricht sich die Mehrheit der befragten Europäer für höhere nationale Verteidigungsausgaben aus. Italien bildet dabei mit nur 28 Prozent Zustimmung die Ausnahme. Besonders groß ist die Unterstützung an der Ostflanke der NATO in Polen, wo 74 Prozent der Befragten es befürworten, mehr in die eigene Sicherheit zu investieren. In Deutschland erzielt die Unterstützung mit 53 Prozent eine Mehrheit, fällt jedoch im Vergleich zurückhaltender aus.

Deutschland: Mehr Verteidigung, weniger Sparbereitschaft

Obwohl eine Mehrheit der Deutschen höhere Verteidigungsausgaben unterstützt, zeigt sich bei der Frage der Finanzierung größere Zurückhaltung. Knapp 56 Prozent der Befragten lehnen es ab, bei öffentlichen Ausgaben im Inland zu sparen, um mehr Geld für die Verteidigung bereitzustellen. Damit gehört Deutschland nach Italien und Österreich zu den Ländern, in denen eine solche Umschichtung staatlicher Mittel am skeptischsten gesehen wird.

Anders ist die Haltung in anderen Teilen Europas. In den Niederlanden ist die Mehrheit der Befragten bereit, zugunsten der Verteidigung an öffentlichen Ausgaben zu sparen. Auch an der NATO-Ostflanke ist die Unterstützung für eine stärkere Priorisierung der Verteidigung höher: In Polen und Estland zeigen sich viele Befragte bereit, dafür auch Abstriche im Bereich der Bildung oder Sozialleistungen hinzunehmen.

Während sich die europäischen Staaten mehrheitlich einig sind, dass die eigene Verteidigungsfähigkeit gestärkt werden muss, unterscheiden sie sich deutlich bei der Frage, welchen Preis sie für eine zunehmend europäisch geprägte NATO zu zahlen bereit sind. Etwa 45 Prozent der Deutschen sprechen sich für gemeinsame europäische Schulden als Lösung zur Finanzierung europäischer Verteidigung aus.

Keine Mehrheit für europäische NATO-Alternative

Trotz des schwindenden Vertrauens in die USA gibt es derzeit keine klare Mehrheit für eine europäische Verteidigungsallianz als Ersatz für die NATO.

Laut der ECFR-Umfrage halten 29 Prozent der Europäer ein solches Modell für eine gute Idee, während etwa genauso viele (28 Prozent) es ablehnen. In Deutschland fällt das Bild ähnlich aus: 29 Prozent der Befragten sprechen sich für eine europäische Verteidigungsallianz aus, 32 Prozent sind dagegen. Sowohl in Deutschland als auch europaweit hat sich jedoch ein großer Teil der Befragten in dieser Frage noch nicht festgelegt.

Sollte die Debatte über eine eigenständige europäische Verteidigungsarchitektur künftig noch an Bedeutung gewinnen, könnte sich das Meinungsbild entweder in Richtung einer rein europäischen Verteidigungsallianz oder einer weiteren Stärkung des transatlantischen Bündnisses entwickeln.

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