Das Boot, das normalerweise Platz für 75 Menschen bietet, erreichte Lanzarote nach der Fahrt auf der Kanarenroute von Tan Tan, Marokko aus. Mehrere Insassen waren dehydriert.
Die spanische Seenotrettung hat in der Nacht südöstlich von Lanzarote das bisher größte Schlauchboot auf der Kanarenroute mit 122 Menschen an Bord gerettet. Normalerweise fassen diese Boote höchstens 75 bis 80 Personen.
Das Rettungsschiff Salvamar Al Nair nahm die Menschen rund 72 Kilometer vor Arrecife an Bord. Viele zeigten bereits Anzeichen von Dehydrierung nach der Überfahrt von Tan Tan in Marokko. Ruhige See und hohe Temperaturen erleichterten die Fahrt. Die Notdienste können sich nicht erinnern, jemals ein derart überladenes Boot betreut zu haben.
An Bord befanden sich 101 Männer, neun Frauen und zwölf Minderjährige. Sie gingen kurz nach ein Uhr nachts im Hafen von Arrecife an Land. Mehrere von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Während Einsatzkräfte sich um diese Gruppe kümmerten, erreichten weitere 28 Menschen aus eigener Kraft Arrieta in der Gemeinde Haría an Bord eines Holzbootes.
Die Notrufzentrale 112 ist weiter in Alarmbereitschaft wegen möglicher weiterer Bootsankünfte auf der Insel, begünstigt durch die aktuellen Wetterbedingungen zwischen den Küsten Marokkos, der Sahara und den Kanaren.