In Spanien haben Waldbrände in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschen das Leben gekostet. Droht nun auch Deutschland eine erhöhte Brandgefahr?
Deutschland erlebt derzeit bereits die dritte Hitzewelle des Jahres.
Mit Temperaturen von mehr als 36 Grad Celsius am Samstag in Baden-Württemberg ächzt vor allem der Südwesten unter der Hitze. Ursache ist nach Angaben von ZDF-Wetterexperten die sogenannte Omega-Lage. Sie sorgt dafür, dass sich die heiße Luft, die in den vergangenen Tagen aus Frankreich nach Deutschland geströmt ist, festsetzt. Die Folge: Die Hitze bleibt.
Und sie könnte sich noch weiter verschärfen. Meteorologen erwarten den Höhepunkt der Hitzewelle erst in den kommenden Tagen. In Teilen Deutschlands sind Temperaturen von bis zu 39 Grad möglich.
Neben den gesundheitlichen Belastungen bringt die Hitzewelle eine weitere Gefahr mit sich: Das Risiko für Waldbrände steigt deutlich.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deshalb in mehreren Regionen die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen. Besonders betroffen sind zunächst der Südwesten sowie Berlin und Brandenburg. Im weiteren Verlauf der Woche dürfte sich die hohe Gefahrenlage auch auf den Nordosten des Landes ausweiten.
Erste Brände gab es bereits: In Brandenburg musste die Feuerwehr am Wochenende laut rbb zwei größere Feuer auf teilweise bereits abgeernteten Feldern bekämpfen. Nach Angaben der Leitstelle waren in beiden Fällen jeweils mindestens 20 Einsatzfahrzeuge vor Ort.
Brände werden mehr
In Deutschlands Wäldern hat die Zahl der Brände zuletzt deutlich zugenommen. Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft wurden im vergangenen Jahr 1.175 Waldbrände registriert – mehr als doppelt so viele wie im vergleichsweise niederschlagsreichen Jahr 2024.
Als Hauptursache gilt das außergewöhnlich trockene Frühjahr 2025. Bereits im April wurden 233 Waldbrände gezählt. Auch in den folgenden Monaten blieb die Zahl hoch: Im Mai und Juni registrierten die Behörden jeweils mehr als 200 Brände, im Juli und August weitere 200 beziehungsweise 147.
Insgesamt zerstörten die Feuer 2.626 Hektar Wald – eine Fläche von der Größe der Nordseeinsel Norderney oder rund 3.700 Fußballfeldern. Damit lag die verbrannte Waldfläche mehr als dreimal so hoch wie der Durchschnitt der vergangenen 35 Jahre, der bei 844 Hektar liegt.
Neben den zunehmend trockenen und heißen Wetterbedingungen infolge des Klimawandels ist der Mensch nach wie vor häufig die Ursache für Waldbrände. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt deshalb davor, in Waldgebieten zu rauchen oder Zigaretten aus dem Auto zu werfen. Auch offenes Feuer, Grillen sowie das Abstellen heißer Fahrzeuge auf trockenem Untergrund sollten unbedingt vermieden werden.