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Neues EU-Grenzsystem: Verändert sich das Reiseverhalten der Briten?

Neues EU-Einreise-/Ausreisesystem: Reisen Briten jetzt anders?
Neues EU-Einreise-Ausreisesystem: Reisen Britinnen und Briten anders? Copyright  Baptiste Goudier
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Von Tamsin Paternoster & Baptiste Goudier
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Längere Warteschlangen, aber keine Stornierungen: Zwar sorgen die neuen biometrischen Kontrollen für Nicht-EU-Reisende für Verzögerungen, doch britische Urlauber lassen sich ihre Reisen auf das europäische Festland davon nicht vermiesen.

Das neue biometrische Grenzsystem Europas hat bei Staaten und Flughafenbetreibern Warnungen vor längeren Schlangen und Störungen ausgelöst. Millionen von Reisenden aus Nicht-EU-Ländern müssen sich diesen Sommer erstmals auf neue Kontrollen an den Außengrenzen der EU einstellen.

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Besonders im Fokus stehen Bürgerinnen und Bürger aus dem Vereinigten Königreich, die in den Sommermonaten zu den größten Gruppen von Nicht-EU-Besuchern in der EU gehören.

Eine neue YouGov-Umfrage zeigt jedoch: Die Berichte über Verzögerungen halten die meisten erwachsenen Britinnen und Briten nicht von ihren Reiseplänen ab.

Trotz möglicher Verzögerungen wollen 64 Prozent der Britinnen und Briten mit geplanten Europareisen in den nächsten zwölf Monaten ihre Reise wie vorgesehen antreten. 41 Prozent rechnen vorsichtshalber mit mehr Zeit für die Anreise.

Was ist das Ein- und Ausreisesystem der EU?

Das Ein- und Ausreisesystem der EU (Entry/Exit System, EES) ist seit April vollständig in Betrieb. Es ersetzt den Stempel im Pass durch digitale Ein- und Ausreiseeinträge, die auch biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen enthalten.

Das System richtet sich an Staatsangehörige von Nicht-EU-Ländern, die für kurze Aufenthalte in den Schengen-Raum ein- und ausreisen – also für bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen, unabhängig davon, ob sie ein Kurzzeitvisum benötigen oder visumfrei einreisen dürfen.

Die Einführung des Systems verläuft nicht ohne Streit. Flughäfen und Airlines warnen seit Monaten, unter anderem in einem offenen Brief, dass technische Probleme und der zusätzliche Aufwand für die Erfassung biometrischer Daten ihrer Ansicht nach zu längeren Schlangen und Störungen an den Grenzen führen.

Die EU-Kommission bezeichnet das EES trotzdem als "wichtigen Meilenstein" bei der Modernisierung und bei der besseren Absicherung der Außengrenzen Europas.

Anfang Juli kündigte sie an, die Erfassung biometrischer Daten könne in Phasen "außergewöhnlich hohen Andrangs" vorübergehend ausgesetzt werden – etwa wenn sich an einem Grenzübergang extrem lange Schlangen bilden.

Reisende aus dem Vereinigten Königreich gehören zu den größten Gruppen, die die Umstellung direkt zu spüren bekommen. Grund ist die hohe Zahl britischer Urlauberinnen und Urlauber in der EU, vor allem in den Sommermonaten.

Laut YouGov berichteten 36 Prozent der Befragten, die im Vormonat nach Europa gereist waren, dass sie für die Aufnahme biometrischer Daten – etwa Fingerabdrücke oder ein Gesichtsbild – anstehen mussten.

Weitere 30 Prozent nannten längere Warteschlangen an der Pass- oder Grenzkontrolle als Erfahrung. 16 Prozent erlebten zusätzliche Pass- oder Dokumentenkontrollen.

37 Prozent gaben dagegen an, sie hätten an der Grenze keinerlei Probleme gehabt. Auf die Frage nach den Auswirkungen des EES auf die gesamte Reise sagten 27 Prozent, ihre Reisezeit habe sich verlängert. 19 Prozent fühlten sich durch das System gestresst oder verunsichert.

Weitere 16 Prozent erklärten, die Kontrollen hätten den Beginn ihres Urlaubs verzögert. Elf Prozent sagten, die Erfahrung habe sie künftige Europareisen mit Sorge betrachten lassen. Etwas mehr als die Hälfte der zuletzt Reisenden, 53 Prozent, gab an, keiner der genannten Szenarien treffe auf ihre Reise zu.

Beeinflusst das EES künftige Reisepläne?

Die Umfrage legt nahe: Berichte über das EES beeinflussen vor allem, wie sich Menschen im Vereinigten Königreich auf ihre Europareise vorbereiten – weniger, ob sie überhaupt wegfahren. Fast zwei Drittel derjenigen, die eine Reise nach Europa planen, wollen diese trotz der Berichte wie geplant antreten.

41 Prozent wollen dafür mehr Zeit einplanen.

Kleinere Gruppen können sich Änderungen vorstellen: acht Prozent würden zu einer anderen Jahreszeit reisen, fünf Prozent lieber ein Ziel außerhalb Europas wählen, vier Prozent mit der Buchung warten.

Niemand gab an, Reisepläne nach Europa wegen der Berichte über das EES bereits gestrichen zu haben.

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