Die UEFA erklärt, die WM dürfe „nicht wie ein Anlageprodukt behandelt werden“. Sie droht, Nationalteams aus FIFA-Wettbewerben abzuziehen.
Die Europäische Fußballunion UEFA hat am Donnerstag beschlossen, künftige Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften zu boykottieren. Anlass ist der Plan des Weltverbands FIFA, private Geldgeber in seine Wettbewerbe einzubinden.
In einer Erklärung nach einer außerordentlichen Sitzung ihrer 55 Mitgliedsverbände erklärte die UEFA, die Weltmeisterschaft „dürfe nicht wie ein Anlageprodukt behandelt werden“.
„Nationalverbände auf der ganzen Welt stehen nun vor einem Ultimatum: Entweder sie akzeptieren die unumkehrbare Übernahme der größten Wettbewerbe des Fußballs oder sie tragen die Folgen“, heißt es in der Erklärung.
Die UEFA kündigte zudem an, dass keine Nationalmannschaft ihrer Mitgliedsverbände an einem FIFA-Wettbewerb teilnehmen werde, „solange diese Vorschläge bestehen“. Nur wenn die FIFA den Plan vollständig fallen lässt und verbindlich zusichert, ihre Führung und ihre Turniere nie wieder für privates Eigentum zu öffnen, soll der Boykott aufgehoben werden.
Boykotte sind in der Geschichte der Weltmeisterschaft nichts Neues.
England verzichtete auf die Teilnahme an den ersten drei Turnieren 1930, 1934 und 1938, weil sich das Land dem Rest der Fußballwelt überlegen fühlte.
Mehrere afrikanische Staaten boykottierten die WM 1966 und stiegen aus der Qualifikation aus, um gegen die Vergabe der Startplätze durch die FIFA zu protestieren. Die Sowjetunion weigerte sich nach dem Militärputsch von Augusto Pinochet, ein Qualifikationsspiel gegen Chile zu bestreiten, und verzichtete damit auf die Chance, die Teilnahme an der WM 1974 zu sichern.