Das Pilotprojekt startet im August. Der Chaos Computer Club kritisiert den Einsatz im öffentlichen Raum.
Am Berliner Kottbusser Tor will die Polizei künftig mit künstlicher Intelligenz (KI) gegen Kriminalität vorgehen. Ein Pilotprojekt soll noch im August starten, wie die Berliner Morgenpost berichtet.
Zunächst soll ein KI-gestütztes System am Kottbusser Tor eingesetzt werden. Auch an der Warschauer Straße, dem Alexanderplatz sowie im Görlitzer Park ist ein Einsatz geplant, so der rbb. Die Orte gelten als Kriminalitäts-Hotspots. Dabei soll die KI Kamerabilder auswerten und bei auffälligem Verhalten sowie möglichen Gefahrensituationen Alarm schlagen. In der Hauptstadt sollen KI-Systeme auch zum Schutz von Gebäuden und Einrichtungen genutzt werden.
Dabei werden jedoch keine biometrischen Daten ausgewertet, betont Berlins Innensenatorin Iris Spranger: "Das Gesicht wird nicht erkennbar sein. Es geht um die Bewegungsabläufe." Statt echter Menschen sollen nur anonymisierte Strichmännchen sichtbar sein. Basierend auf den KI-Bildern entscheiden Einsatzkräfte, wie weiter zu verfahren sei, so Spranger, wie der Spiegel zitiert.
Doch der Einsatz von KI im öffentlichen Raum zieht auch Kritik nach sich. Die Verhaltensscanner seien "gefährlicher Mumpitz", so der Chaos Computer Club. Der Ausbau der Verhaltensüberwachung im öffentlichen Raum sei ein "großer Schritt in Richtung automatisierter Dauerbeobachtung".
Auch die Gesellschaft für Freiheitsrechte kritisiert, dass Überwachung dazu führen könne, dass sich etwa Betroffene sexualisierter Gewalt oder von Ausbeutung aus Angst vor Beobachtung keine Hilfe suchen. Zudem könnte Kameraüberwachung Personen möglicherweise davon abhalten, an Demonstrationen teilzunehmen.
Ähnliche Technologie ist bereits in anderen deutschen Städten im Einsatz. Die hessische Polizei nutzt sie etwa im Frankfurter Bahnhofsviertel – dort werden allerdings auch biometrische Daten ausgewertet.