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EU-Vergleich: In welchem Land arbeiten Menschen am längsten bis zur Rente?

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Von James Thomas
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Von den Niederlanden bis Rumänien: Die Dauer des Erwerbslebens fällt in den EU-Ländern unterschiedlich aus. So schneiden die einzelnen Länder im Vergleich ab.

In Europa ist längst bekannt, dass viele Staaten das Rentenalter anheben. Zugleich wächst die erwartete Dauer des Erwerbslebens.

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Das Thema sorgt seit einigen Jahren für Proteste auf dem ganzen Kontinent. Frankreich erlebte 2023 landesweite Massenproteste und Streiks, nachdem die damalige Premierministerin Élisabeth Borne das Rentenalter von 62 auf 64 Jahre anheben wollte.

Obwohl die Reform das Parlament passierte, entschied die Nationalversammlung 2025, ihre Umsetzung bis 2028 auszusetzen. Die Verschiebung auf die Zeit nach der nächsten Präsidentschaftswahl sollte einen weiteren Regierungszusammenbruch verhindern.

In Rumänien erhöht die Regierung das Rentenalter von Frauen bis 2035 schrittweise von 63 auf 65 Jahre, damit es dem der Männer entspricht. Das ist Teil umfassender Rentenreformen. Zudem steigt das Renteneintrittsalter für Richterinnen, Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte nach und nach auf 65 Jahre. Heute können sie – je nach Dienstzeit – bereits Ende vierzig in den Ruhestand gehen.

Auch das dänische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das die staatliche Altersrente bis 2040 auf 70 Jahre anhebt. Ziel ist es, die Rente an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Damit gehört Dänemark zu den Ländern mit dem höchsten Renteneintrittsalter in Europa.

Parallel dazu verlängert sich die erwartete Erwerbstätigkeit in der gesamten EU.

Nach Daten von Eurostat lag die erwartete durchschnittliche Erwerbsdauer für Menschen ab 15 Jahren in der EU 2025 bei 37,5 Jahren. 2024 hatte der Wert noch 37,2 Jahre betragen, 2016 waren es 35,2 Jahre.

Die Kennzahl von Eurostat schätzt, wie viele Jahre ein 15-Jähriger unter den aktuellen Bedingungen voraussichtlich am Arbeitsmarkt verbringen wird. Berücksichtigt werden sowohl Zeiten der Beschäftigung als auch der Arbeitslosigkeit. Sie sagt nichts über das Rentenalter oder die tatsächliche Dauer des Erwerbslebens aus.

Zwischen den EU-Staaten gibt es jedoch große Unterschiede – mit einem klaren Nord-Süd-Gefälle.

In sieben EU-Ländern wird eine Erwerbsdauer von mindestens 40 Jahren erwartet: in den Niederlanden (44 Jahre), Schweden (43,3), Dänemark (42,6), Estland (41,5), Irland (40,7), Deutschland (40,2) und Finnland (40,1).

Am unteren Ende der Skala liegen Rumänien (32,7), Italien (33) und Bulgarien (34,6) mit den kürzesten durchschnittlichen Erwerbsdauern.

Niederländischer Mann, italienische Frau: Wie groß ist der Unterschied?

Auffällig ist auch das geschlechtsspezifische Gefälle: Männer in der EU arbeiten im Schnitt 39,5 Jahre, Frauen 35,4 – also rund vier Jahre weniger.

Mit der längsten Erwerbsdauer rechnen Männer in den Niederlanden (45,9 Jahre), in Schweden und Dänemark (je 44,5) sowie in Irland (43,4). Am kürzesten ist die erwartete Erwerbsdauer für Männer in Bulgarien (35,9 Jahre), Rumänien (36,0) und Kroatien (36,3), so Eurostat.

Frauen arbeiten am längsten in Schweden (42,3 Jahre), in den Niederlanden (41,9) und in Estland (41,8). Die kürzesten Erwerbsleben verzeichnen Frauen in Italien (28,4 Jahre), Rumänien (29,1) und Griechenland (31,8).

Eurostat betont, dass diese Zahlen weder das gesetzliche Rentenalter noch politische Zielwerte oder Vorgaben zur Dauer des Arbeitslebens abbilden. Sie beschreiben vielmehr beobachtete Muster der Erwerbsbeteiligung.

Fest steht jedoch: Alle europäischen Länder stehen vor großen demografischen Herausforderungen. Die Lebenserwartung steigt, während die Geburtenzahlen zurückgehen.

Um die Folgen abzufedern, setzen viele Regierungen auf unpopuläre Maßnahmen. Dazu gehören ein höheres Renteneintrittsalter, strengere Regeln für die Frühverrentung und höhere Rentenbeiträge, um die Finanzierung der Sozial- und Gesundheitssysteme zu sichern.

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