Die Bundesregierung vermutet die russische Regierung hinter dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle. Recherchen von NDR, WDR und SZ zufolge haben die Sicherheitsbehörden Tatverdächtige mit Verbindungen nach Russland im Visier.
Im Fall des versuchten Drohnenanschlags mit Sprengstoff auf den Flughafen Leipzig/Halle macht die Bundesregierung Moskau für den Angriff verantwortlich.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte auf einer Pressekonferenz am Dienstag, die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden deuteten „auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt haben“. In dem Angriff erkenne man das „bekannte Muster hybrider russischer Operationen in Europa“.
Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) konnten Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) inzwischen Tatverdächtige identifizieren. Die Zeit berichtet zudem, dass gegen zwei Beschuldigte ermittelt werde.
Demnach handelt es sich bei den beiden Verdächtigen um einen gebürtigen Russen mit lettischer Staatsangehörigkeit sowie um einen aus Belarus stammenden Mann, der einen russischen Pass besitzt.
Verdächtiger kam offenbar mit Italien-Visum in den Schengenraum
Einer der mutmaßlichen Tatbeteiligten soll nach Recherchen von NDR, WDR und SZ ein Belarusse mit russischem Pass sein. Seine DNA wurde demnach sichergestellt. Der Mann soll bereits im Baltikum strafrechtlich aufgefallen sein. Den deutschen Ermittlern ist es nach eigenen Angaben gelungen, seine Reisebewegungen nachzuvollziehen. Demnach gelangte er mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengenraum, das Ende April von einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt worden sein soll.
Zweiter Verdächtiger soll Anschlag vorbereitet haben
Ein weiterer Tatverdächtiger soll nach Recherchen von NDR, WDR und SZ eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des Anschlags gespielt haben. Demnach soll er als logistischer Helfer und Instrukteur tätig gewesen sein. Ende Juli sei der Mann über den Berliner Flughafen BER nach Deutschland eingereist und anschließend mit einem Mietwagen nach Sachsen weitergefahren. Noch zwei Tage vor dem vereitelten Drohnenanschlag in Leipzig soll er Deutschland wieder per Flugzeug verlassen haben.
Nach Angaben der Medien besitzt der Verdächtige sowohl einen lettischen als auch einen russischen Pass.
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