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Deutsche wählen in zwei Landtagswahlen: Druck auf Merz-Regierung wächst

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Ein Mann stimmt bei der Berliner Landtagswahl in Berlin, Deutschland, am Sonntag, 20. September 2026, ab.
Ein Mann gibt am Sonntag, 20. September 2026, in Berlin seine Stimme bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl ab. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Eduard Wolter & Nathan Rennolds
Zuerst veröffentlicht am
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Die AfD geht nach ihrem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt in die heutigen Wahlen in der Hauptstadt Berlin und im nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Egal wie es ausgeht, die Ergebnisse werden Auswirkungen auf den Kanzler und die Bundesregierung aus Christ- und Sozialdemokraten haben.

Am Sonntag stimmen die Deutschen in zwei Landtagswahlen ab, die für die politische Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz entscheidend sein könnten.

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In Berlin muss sich Merz’ regierende Christlich Demokratische Union (CDU) einem engen Rennen mit der Partei Die Linke stellen und der Rechtsaußenpartei Alternative für Deutschland stellen (AfD). Alle drei Parteien liegen in der deutschen Hauptstadt in Umfragen nah beieinander.

Im Küstenland Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten Deutschlands entscheidet sich der Wahlkampf zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der AfD.

Die AfD tritt zur Sonntagswahl mit Rückenwind an: Anfang des Monats erzielte sie bereits einen Erfolg in Sachsen-Anhalt und hofft nun auf weitere Zugewinne. In Sachsen-Anhalt verpasste die AfD nur knapp die absolute Mehrheit, sie erzielte den höchsten Wert einer Partei seit der Wiedervereinigung.

Die AfD-Parteichefs Chrupalla und Weidel mit Ulrich Siegmund (Mitte), dem Wahlsieger in Sachsen-Anhalt
Die AfD-Parteichefs Chrupalla und Weidel mit Ulrich Siegmund (Mitte), dem Wahlsieger in Sachsen-Anhalt Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

In dem Land, das viele kurz „MeckPomm“ nennen, steht der Partei jedoch ein härterer Test bevor. Dort trifft sie auf die erfahrene SPD-Politikerin Manuela Schwesig, die das Amt der Ministerpräsidentin des Landes seit 2017 innehat.

Die jüngsten Umfragewerte sehen Die Linke im Stadtstaat Berlin indes knapp vor der CDU, dicht gefolgt von der AfD. In Mecklenburg-Vorpommern liegt hingegen die AfD vor der SPD. Die CDU muss dort sogar zittern, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde für den Wiedereinzug in den Landtag überhaupt überspringt.

Zugewinne für Rechtsaußen oder die extreme Linke würden den Druck auf Merz erhöhen. Er steht seit Mai 2025 an der Spitze der Regierung, doch seine Beliebtheit nimmt stetig ab.

Die Ergebnisse der beiden Landtagswahlen könnten erhebliche Folgen für die Bundesregierung haben. In der CDU gibt es immer wieder Diskussionen, ob Merz noch der richtige Kanzler ist. In der SPD stehen die Bundesminister und Parteichefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas unter Druck.

Kanzler Merz (CDU) mit Finanzminister Klingbeil und Arbeits- und Sozialministerin Bas (beide SPD)
Kanzler Merz (CDU) mit Finanzminister Klingbeil und Arbeits- und Sozialministerin Bas (beide SPD) AP Photo

Fährt die CDU in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern schlechte Ergebnisse ein oder fällt sie gar im Nordosten unter die 5%-Hürde, wackelt der Kanzler gewaltig und könnte zumindest den Parteivorsitz verlieren, sagen Beobachter.

Sollte Schwesigs SPD den Wahlsieg Mecklenburg-Vorpommern holen, bekommen Klingbeil und Bas eine Atempause. Aber eine starke Schwesig könnte in der Partei auf eine Abmilderung der geplanten Reformen im Bund drängen. Ebenso könnte sich auch eine - in beiden Ländern schwächelnde - SPD noch heftiger als bisher den Reformen verweigern.

Merz wollte die AfD halbieren. In Sachsen-Anhalt hat sie sich jedoch jüngst mehr als verdoppelt, in Berlin laut Umfragen ebenfalls und in Mecklenburg-Vorpommern gibt es, verglichen mit der letzten Wahl, laut Meinungsforschung sogar eine Verdreifachung.

Der 43-jährige Moritz Lembke-Oezer brachte diese Stimmung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP vor einem Wahllokal südlich von Berlin auf den Punkt. Er sagte, er fürchte, die Abstimmung könnte der AfD nutzen, hoffe aber zugleich, dass die CDU „abgestraft“ werde.

„Vielleicht ist Friedrich Merz dann weg“, meinte er weiter. Er wolle Die Linke wählen, weil die Partei versprochen habe, das Wohnungsproblem anzupacken.

Vor einem Wahllokal in Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, erklärte Rentner Peter Sommer gegenüber AFP: „Ich wäre dafür, dass die AfD gewinnt, denn dann muss sie zeigen, was sie kann: Entweder passiert etwas, oder es ist das letzte Mal, dass sie Stimmen bekommt.“

Weitere Quellen • AFP

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