Loader
Finden Sie uns
Werbung

Weidel und Chrupalla: "Kanzlerdämmerung hat begonnen", CDU wurde "pulverisiert"

AfD-Co-Parteivorsitzende Alice Weidel in der Bundespressekonferenz in Berlin, 21. September 2026
AfD-Co-Parteivorsitzende Alice Weidel in der Bundespressekonferenz in Berlin, 21. September 2026 Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Copyright Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla feiern die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Sie kritisieren auf ihrer Pressekonferenz in Berlin die CDU scharf, deren Brandmauer sei gescheitert, man habe die CDU "pulverisiert". Gefordert sei eine politische Wende.

Am Montagvormittag traten die AfD-Co-Parteivorsitzenden Alice Weidel sowie Tino Chrupalla gemeinsam mit den Spitzenkandidaten in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, Leif-Erik Holm und Kristin Brinker, vor die Presse.

WERBUNG
WERBUNG

Mit heiserer Stimme lobte Weidel die Wahlergebnisse und ihre Spitzenkandidaten. Zudem stichelte sie gegen die CDU: "Herzlichen Glückwunsch auch an die CDU, die genau das möglich gemacht hat, dass die Linkspartei hier durch die Decke gegangen ist durch ihre nicht besonders intelligente Brandmauer-Politik." In Berlin sei nun auch der "Niedergang" der CDU zu sehen.

Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern bezeichnete Weidel als "gigantisch". Der Sieg zeige ganz klar, dass die AfD die "CDU als Volkspartei abgelöst" habe. Auch das sei das Ergebnis einer "unintelligenten Brandmauer-Politik", so die AfD-Chefin. Dass die CDU aus dem Landtag geflogen sei, interessiere sie nicht, erklärte sie zusätzlich.

Tino Chrupalla sprach davon, dass seine Partei die CDU "pulverisiert" habe und sie künftig ihre "Fischbrötchen" außerparlamentarisch essen werden. In Berlin sei Wahlkampf schwieriger als in Mecklenburg-Vorpommern, dennoch habe die Spitzenkandidatin ein "super" Ergebnis erzielt. Die Bürger würden sich eine "Politikwende" erhoffen.

Der AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern erklärte, er sehe den Regierungsbildungsauftrag bei sich. Er wolle andere Parteien zu Gesprächen einladen. Für eine Alleinregierung hat die AfD zu wenig Sitze im Landtag. Eine Koalition scheint unwahrscheinlich, da bislang alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen.

Holm erwarte eine rot-rot-grüne Koalition in Mecklenburg-Vorpommern geben, bestehend aus SPD, Linken und Grünen. "Die Kanzlerdämmerung hat begonnen", erklärte der ehemalige Radiomoderator. Er erwarte, dass Merz vor Ende des Jahres aus seinem Amt ausscheiden werde.

Hohe Energiepreise, schlechte Bildung sowie die Rente mit 70 Jahren – all das hätten die Bürger abgewählt, erklärte der AfD-Co-Parteivorsitzende. Auch die Krankenhausreform sowie die sozialen Einschnitte würden die Bürger nicht mehr mitmachen wollen, ebenso die "Kriegstreiberei". Die "blaue Welle" sei "nicht zu stoppen", so Chrupalla zum Abschluss.

Am Sonntag ist die AfD mit 38,2 Prozent als klare Gewinnerin aus der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hervorgegangen. An zweiter Stelle liegt die SPD mit 35,5 Prozent, die sich zuvor in Umfragen ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Rechtsaußenpartei geliefert hatte. An dritter Stelle ist die Linke mit 6,5 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 5,7 Prozent. Die CDU ist zum ersten Mal in der Parteigeschichte mit 4,9 Prozent ausgeschieden.

In Berlin gewann die Linke mit etwa einem Viertel der Stimmen (25,7 Prozent). Sie hat ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus im Jahr 2021 verdoppelt (+13,4). Zweitplatziert ist die CDU (18,8 Prozent), gefolgt von der AfD (16,3 Prozent), die sich um 7,3 Prozentpunkte steigern konnte. Die Grünen liegen bei 14,3 Prozent.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

CDU fliegt erstmals aus einem Landtag – Widerstand gegen Merz wächst

Historisches Debakel mit 4,9 % - CDU nicht im Landtag in Mecklenburg-Vorpommern

AfD-Spitzenkandidat Holm will die "blaue Wende" in Mecklenburg-Vorpommern