Angriffe mit der Schadsoftware „DarkSword“ umgehen den Schutz von Apple-Geräten und lesen binnen Sekunden direkt persönliche Daten aus.
IT-Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Eine neue Hackerkampagne namens „DarkSword“ kann offenbar auf persönliche Daten von Millionen iPhones zugreifen.
Die Angriffe richten sich gegen iPhones mit den iOS-Versionen 18.4 bis 18.6.2. Eine Art Hit-and-Run-Taktik stiehlt innerhalb weniger Minuten persönliche Daten wie Textnachrichten, E-Mails und den Standortverlauf, wie eine gemeinsame Untersuchung von Google, dem Cloud-Anbieter Lookout und der Datenschutzplattform iVerify zeigt.
Die Hacker nutzen Apples Standard-Browser Safari und eine Grafikfunktion namens WebGPU, um die üblichen Sicherheitsmechanismen des iPhones zu umgehen. Sobald sie Zugriff haben, senden sie die Daten innerhalb von Sekunden ab und löschen alle Spuren des Einbruchs – eine Entdeckung wird so sehr schwierig.
Rund vierzehn Prozent der iPhone-Nutzerinnen und -Nutzer auf weltweit mehr als 221 Millionen Geräten verwenden laut iVerify (Quelle auf Englisch) iOS-Versionen, die verwundbar sein könnten. Sollte sich zeigen, dass weitere, ältere oder neuere Versionen angreifbar sind, könnte die Zahl auf bis zu 270 Millionen Geräte steigen.
„DarkSword markiert eine bemerkenswerte Wende, die wir seit Jahren vorausgesagt haben“, sagte Justin Albrecht, globaler Direktor für mobile Bedrohungsanalysen beim Cybersicherheitsunternehmen Lookout. „Hochentwickelte mobile Schadsoftware ist nicht länger nur ein Instrument von Regierungen zur Spionage, sondern liegt inzwischen in den Händen von Gruppen, die auf finanziellen Gewinn aus sind.“
Lookout zufolge setzt vermutlich ein mit Russland in Verbindung gebrachter Bedrohungsakteur namens UNC6353 die Attacke ein, den Google zuerst identifiziert hat. Forschende beobachteten diese Gruppe und andere staatsnahe Hacker beim Einsatz von DarkSword in Saudi-Arabien, der Türkei, Malaysia und der Ukraine.
UNC6353 kompromittierte ukrainische Websites, indem die Gruppe ein bösartiges Skript aufspielte. Rief eine Person die Seite auf, installierte sich auf ihrem Computer Schadsoftware und griff persönliche Informationen ab, so Google.
Euronews Next bat Apple um eine Stellungnahme, erhielt jedoch zunächst keine Antwort. Das Unternehmen erklärte gegenüber Reuters, es habe die Geräteschwachstellen im Laufe mehrerer Jahre mit diversen Updates behoben.